Montag, 23. Dezember 2013
Das leere Klavier
fahfahrian, 18:09h
Das leere Klavier war nicht wirklich leer, nicht im eigentlichen Sinne, denn es war alles vorhanden, was in einem voll funktionsfähigen Klavier der Marke „Hermannsdörfer“ vorhanden sein mußte, um ein Klavier zu sein; also einem
Tasteninstrument, das Laute erzeugte.
Nur die letzte der genannten Eigenschaften, das Erzeugen von Lauten, die fehlte diesem Klavier und machte es so zu dem Klavier, das sich Erwin Wollemüller schon immer gewünscht hatte.
Bei der Versteigerung, zu der Wollemüller seinem untrüglichen Gefühl einem Elfmeter entgegen gefunden hatte, wurde das leere Klavier unter der Nummer 97 und ziemlich am Schluß angeboten.
Auch dem Aktionator fehlten die Worte, so richtig zu beschreiben, was dieses Objekt kaufenswert machte. Und so sagte er, das wäre nun endlich ein Klavier, das einem nicht die Nerven raubt und Lärm macht, weil garantiert kein Ton herauskommt.
Die Garantiezeit betrug genau 14 Tage.
Aber Wollemüller, von von seinen Freunden auch „Wullie“ genannt, Mittelhalbfeldstopperstürmer und Dauerinhaber des Weltrekordes im Gewinnen,
wußte auf den ersten Blick, daß er nun sein Musikinstrument gefunden hatte und erstand es schließlich für 73 Deutsche Mark plus der üblichen Nebenkosten und Lieferung.
Wollemüllers Fortschritte in der Kunst des Klavierspielens waren ebenso phantastisch wie seine SambaWamba-Läufe auf Schalke, wenn er die Menge der Begeisterten zum Kochen brachte, die Gegner ratlos machte und in die tiefsten Abgründe jener Selbstzweifel und Depressionen trieb, die gewöhnlich mit Selbstmord endeten.
Eine Mark Fuffzig im Antiquariat für die gebrauchte Ausgabe einer Betriebsanleitung für sein neues Instrument reichten aus, um es dem Autodidatkten und Universalgenie Wollemüller zu ermöglichen, die Grenzen des technisch Erreichbaren im Klavierspiel zu überschreiten und neue Maßstäbe zu setzen. Und es blieb sein Geheimnis, daß er nun alles gleichzeitig rückwärts und vorwärst spielen konnte, weil es ja niemand hörte und er als wahrer Gentleman auch nicht darüber sprach.
Tasteninstrument, das Laute erzeugte.
Nur die letzte der genannten Eigenschaften, das Erzeugen von Lauten, die fehlte diesem Klavier und machte es so zu dem Klavier, das sich Erwin Wollemüller schon immer gewünscht hatte.
Bei der Versteigerung, zu der Wollemüller seinem untrüglichen Gefühl einem Elfmeter entgegen gefunden hatte, wurde das leere Klavier unter der Nummer 97 und ziemlich am Schluß angeboten.
Auch dem Aktionator fehlten die Worte, so richtig zu beschreiben, was dieses Objekt kaufenswert machte. Und so sagte er, das wäre nun endlich ein Klavier, das einem nicht die Nerven raubt und Lärm macht, weil garantiert kein Ton herauskommt.
Die Garantiezeit betrug genau 14 Tage.
Aber Wollemüller, von von seinen Freunden auch „Wullie“ genannt, Mittelhalbfeldstopperstürmer und Dauerinhaber des Weltrekordes im Gewinnen,
wußte auf den ersten Blick, daß er nun sein Musikinstrument gefunden hatte und erstand es schließlich für 73 Deutsche Mark plus der üblichen Nebenkosten und Lieferung.
Wollemüllers Fortschritte in der Kunst des Klavierspielens waren ebenso phantastisch wie seine SambaWamba-Läufe auf Schalke, wenn er die Menge der Begeisterten zum Kochen brachte, die Gegner ratlos machte und in die tiefsten Abgründe jener Selbstzweifel und Depressionen trieb, die gewöhnlich mit Selbstmord endeten.
Eine Mark Fuffzig im Antiquariat für die gebrauchte Ausgabe einer Betriebsanleitung für sein neues Instrument reichten aus, um es dem Autodidatkten und Universalgenie Wollemüller zu ermöglichen, die Grenzen des technisch Erreichbaren im Klavierspiel zu überschreiten und neue Maßstäbe zu setzen. Und es blieb sein Geheimnis, daß er nun alles gleichzeitig rückwärts und vorwärst spielen konnte, weil es ja niemand hörte und er als wahrer Gentleman auch nicht darüber sprach.