Donnerstag, 26. Dezember 2013
Etwas ist Kunst, wenn Gott Dich dadurch berührt.
Es ist die einzige Art, in der Gott Sterbliches wirklich
sich fühlen, sich annähernd verstehen lassen kann.
Und dieses Verstehen ist den Bedingungen der Sterblichkeit
sich anpassend, eine Kinderhand voller Sand, entnommem
aus einem endlosen Strand, - in eine kleine, sinnvermittelnd
fassbare Form eingebracht.
Was damit verstanden wird, im besten Falle, ist, daß Gott Dich
selbst versteht und jeden Augenblick, jedes Stück aller, auch
eingeschränktester und vergänglicher Wirklichkeit, mit Dir teilt;
in Liebe und äußerstem Respekt.
Wahrhaftige Kunst befreit wirkungsvoll und dauerhaft von aller
anmassenden Mühe, nach einem Zugang sterblicher Ratio in Wesen
und Handeln Gottes zu streben; so lässt sie auch jene zerstörerische
Überheblichkeit vergehen, eigene Formulierungen und Entwürfe
Gottes zu verfolgen.
Kunst wirft nicht zurück, beschränkt weder auf klassen-, bildungs-
oder deterministische Modelle wie Zugehörigkeiten jedweder Art,
noch setzt sie mehr voraus, als es die Offenheit der Augen der Kinder
ist, die Gottes Wunder in jedem Augenblick sichtbar macht.