Samstag, 28. Dezember 2013
„Stille in Harrolds?“
Sie konnte den Telefonhörer fallen lassen, doch diese Worte nicht. Müsste es nicht „im“ anstatt „in“ heissen?
„Sei ein guter Junge. Versuche wenigstens, Dich gerade zu halten.“ Doch sie sprach das nicht aus. Selbstverständlich nicht. Wer spricht mit einem geschmacklos-giftig-grünen Spiralkabel, an dessen Ende ein Telefonhörer sorglos baumelt?
Wieso sorglos? Angesichts der Situation, in der sich ihr ganzes Leben, und damit unzerbrüchlich verbunden dieses Haus, ihr Elternhaus und dort angebracht, im zugigen Flur klingelnd seit Jahr und Tag jenes Telefon, dessen sich nun langsam beruhigender, fast das Parkett berührender Hörer, nachdem sie ihn losliess, ihr den Eindruck von Sorglosigkeit vermittelt hatte.
Schaukelnde Kinder, lachend, einander anfeuernd, da draussen, in diesem Garten. Dort wo die Schaukel stand, deren rechte Seite sie immer für sich beanspruchte, die kleine Schwester links von sich. Rote Basken-Mütze, in jedem Lächeln eine freche Herausforderung; „Höher, schneller, weiter...,komm!“ Ihr Mut.
Ihre Sorglosigkeit.
Wieviele Diäten und Abtreibungen lagen zwischen diesen Tagen und heute?
Wie funktioniert dieser Lachkrampf, der sie zusammenfaltet, zu Boden wirft und durch den Schleier der Tränen in die vielen kalten Augen des Telefonhörers einsaugen will? Ist es das Klicken des Bolzenschussgerätes, mit dem Vater tötete, der Beginn der Schlachtung? Ist es das Licht eines Altares, eine wirkliche Erleuchtung, die sie zwingt, die Sinnlosigkeit des Schaukelns, des Lachens, der Freude selbst zu erkennen; so hell und heiss, dass jeder Zweifel verbrennt? Ist es die Absehbarkeit im Verhalten der Anderen, die sie durch die Kombination von Kleidung und Verhalten schon so refexhaft in ihr verankert ist, so zwangsläufig, einfach selbstverständlich, wie sich nach dem Scheissen den Arsch zu wischen?
Oder ist es „nur“, weil heute alle tot sind? – Die überwältigende Freude, zwischen ihnen zu tanzen, keine Gegenworte zu erhalten, nur reinen Frieden?
Morgen werden sie wieder leben. Wie oft war es schon geschehen, genauso? Und wieder würde sie in einem Alptraum erwachen, Teil einer von Lärm, Wut und Hass, von unvorstellbarer Qual heimgesuchten Welt werden.
„Nochmals, nochmals und alles nochmals!“, flüsterte sie. Kein Lachen mehr. So weit war sie noch nie gegangen. Warum nicht noch einen Schritt weiter?
Wenn nicht heute, wann dann? Am „Tage des Herrn“, Heiligabend, betrat sie körperlich dieses Haus nach 10 Jahren erstmals wieder. Ihre Besuche anderer Art, in Gedanken, Vorstellungen, Tagträumen und den Alpträumen einer jeden Nacht waren unzählige.
„Acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, VATER!“ Das letzte Wort schrie sie so laut, dass sich ihre Stimme überschlug.
„Nochmals, nochmals und alles nochmals!JA! Acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, VATER!“.
Von oben nach unten arbeiten. Sauber und leise. Zuerst galt es, die Kinder an einen Ort zu bringen, wo weder sie etwas hören, noch sie gehört werden konnten. Dazu bot sich die höher gelegene, aber vom Haupthaus mit dem Wagen schnell zu erreichende Hütte an.
Für die Kinder war es ein Abenteuer. Alle glaubten ihr, die sie „Gwen, Tante Gwen, oder einfach Tante“ nannten, dass sie gemeinsam den Erwachsenen einen Streich spielen und sie ordentlich an der Nase herumführen würden.
Sie möglichst leise aus den Zimmern zu holen, bzw. sie dazu zu veranlassen, sich selbst herauszuschleichen, war schon ein kleines Kunstwerk. Nach Jahren und Jahren der Planung jedoch stand jedes Detail und waren alle Eventualitäten bedacht.
Gwen wusste alles, was es über diese, ihre, Familie zu wissen gab. Nicht umsonst hatte sie gelernt, sich vom zurückhaltenden, schüchternen, grauen Mäuschen, bis zum dauergeilen, männerfressenden Vamp alle Rollen anzueignen. Die Geschmäcker der Herren, die ihr Informationen lieferten, waren höchst verschieden und zuweilen bizarr. Nichts davon, auch nicht, in die Rolle einer Lesbe zu schlüpfen, deren Partnerin unglücklicherweise zudem SM-orientiert und dominant war, nichts konnte sie aufhalten.
Der Tag, ihr Tag, würde kommen. Und vielleicht war es heute, war es jetzt kein Traum.
Die sieben Kinder waren sicher im Gästehaus untergebracht. 2 Mädchen und 1 Junge ihres grösseren Bruders, 2 Mädchen ihrer Schwester, 1 Junge und 1 Mädchen ihres kleineren Bruders, sie alle waren ihr gefolgt und hatten bedeutend weniger Lärm gemacht, als sie befürchtet hatte. Den Wagen liess sie anrollen,und startete erst in sicherer Entfernung. Ihre Vorbereitungen schlossen alle möglichen Süssigkeiten und ein Geschenk für jedes Kind mit ein. Damit waren sie erst einmal beschäftigt. Kommunikation nach aussen war ihnen nicht möglich.
Die Fenster waren bereits manipuliert. Die Kinder erwarteten die Erwachsenen am Morgen und freuten sich darüber, im Gästehaus unter sich sein und alles machen zu können, was sie wollten. Das schloss Fernsehen mit ein. Sie waren damit mehr als zufrieden und drängten Gwen schon fast aus der Türe heraus. Sie schloss ab.
Wenige Minuten später ging sie zurück ins Haupthaus. Ein kleiner Spaziergang noch, bevor das Vergnügen beginnen sollte.
Den Grossteil ihres Werzeugs hatte sie bereits in ihrem Zimmer. Jetzt folgten nur noch die sehr sensiblen Teile, deren vorzeitige Entdeckung Schwierigkeiten gemacht hätte; ein mittelgrosser schweinslederner Koffer, recht schwer, doch absolut vollständig für die Arbeit, die sie nun zu erledigen hatte. Der lange Tragegurt, den sie, wie die Innenausstattung extra hatte anfertigen lassen, erlaubte es ihr, das Gewicht leichter zu bewältigen und zusätzlich dazu noch Anderes mitzunehmen.
Im ersten Schritt ging es darum, die acht Erwachsenen zu fixieren und zu knebeln, um dann mit Ruhe und störungsfrei arbeiten zu können.
Von allen in Betracht kommenden Methoden erwiesen sich nach Gwens ausführlichen Recherchen und Tests die einfachsten als die tatsächlich effektivsten. Eine grosszügig bemessene Kurzzeit-Anästhetikum-Injektion aus der Injetkionspistole und extrem belastbare Hand- und Fussfesseln, Stachelhalsbänder, stabiles Klebeband, Nachfüll-Ampullen mit Anästhetikum und Sauerstoff für die Injektionspistole und eine scharfe Schere genügten für den ersten Durchlauf. Gwen setzte zuerst dem Mann den Schuss, dann er Frau. Ihre theoretischen Annahmen bestätigten sich im Verlauf dieser „Ruhigstellung“ der Erwachsenen. Die überraschten Männer kamen nicht einmal mehr auf die Beine, während Gwen schon unterwegs war, hysterische Geräusche bei den Frauen zu unterbinden. Dazu war sie mehrfach gezwungen, einen den überraschten Damen ins Gesicht zu schlagen, wenn sie mit der Injektionspistole nicht schnell genug zur Stelle war.
Sie fesselte alle auf die gleiche und einfache Weise, sehr eng mit den Händen auf dem Rücken und etwas weiter an den Füssen und stellte sie zusätzlich mit Klebeband über den Mündern dauerhaft still. Sobald das geschehen war legte sie allen Stachelhalsbänder an.
Ihre Selbstversuche und das, was sie in der Literatur in Erfahrung bringen konnte hatten ergeben, dass bei dieser grosszügigen Dosierung durchaus 15 Minuten bis zum langsamen Erwachen gegeben sein können. Dieser Zeitrahmen war grösser, als sie ihn brauchte. Doch blieb sie dabei, um für Unvohergesehenes einen angemessenen Spielraum einzurichten. Immerhin könnte gerade jemand zur Toilette oder wach sein, sich noch etwas aus der Küche holen, oder gar nach den Kindern schauen, usw.
Alle Befürchtungen erwiesen sich als unnötig. Alles lief ab wie ein Schweizer Uhrwerk. Das Überraschungsmoment machte selbst die Männer zu leichten Opfern.
Der grosszügige Fitness-Bereich war jetzt vorzubereiten. Gwen schloss den Lötkolben an ein Verlängerungskabel an und legte ihn zum Vorheizen in seine Halterung.


4 Paare, gleich 8 Personen waren jetzt zu behandeln.
Bei VATER sollte alles beginnen und enden. Wie im richtigen Leben.
Und selbstverständlich sollte jeder in den Genuss der vollen Show kommen. Dazu war es nötig, sie zusammenzutreiben.
Gwen’s Methode dazu war denkbar einfach und machte auch noch Spass dazu.
Als nächstes Acessoire kam die Führungskette, die Fuss- und Handfesseln, sowie das Stachelhalsband miteinander mit 3 Karabinerhaken verband verband, dazu.
Durch einen kleinen Elektroschock erlangte sie danach sofort die gesamte Aufmerksamkeit jeder Person.
Sie benutzte der Einfachheit halber den stets gleichen Text:
„Wenn du jede meiner Anweisungen befolgst, wird es weniger weh tun. Verstanden?“
Dann, ob die Person reagierte oder nicht, gab es noch einen Elektroschock.
„Wenn du nicht absolut gehorsam bist, gibt es noch mehr Elektriziät für den Anfang. Verstehst du jetzt?“
Spätestens jetzt nickte jeder.
Gwen zog die schwarze Lederschlaufe der Führungsleine fest an. Die Personen hatten Probleme, so zu gehen, worauf Gwen keine Rücksicht nahm.
„In den Fitness-Raum! Du gehst vor mir!“
Alle Türen waren offen, mit Stühlen verkeilt, so dass es auch damit keine Probleme gab.
Im Raum wies sie den jeweiligen Platz zu. Ihr war klar, dass einer der Männer, die alle deutlich grösser und stärker waren als sie, es immer noch und trotz der Fesselung versuchen könne, sie zu überwältigen, sie verletzen oder sowas.
Deswegen lag der Lötkolben gut vorgeheizt an seinem Platz.
„Du hier her!“ Sie zeigte dann auf den vorgesehenen Platz. Ging die Person nicht sofort los, riss sie einerseits an der Führungsleine und liess den Lötkolben über Rücken und Gesäss gleiten. Das brach den Widerstand sofort. Man liess sich anketten, heulte, jaulte und stöhnte noch etwas, doch gedämpft durch das Klebeband.
Bald hatte sie den ganzen Verein zusammen; die Damen an der Balettstange, die Herren an der Sprossenwand. Erwartungsgemäss waren sie fast alle bekleidet; nur ihre Schwester und ihr Freund waren nackt.
Gwen ging kurz nach oben und kam mit ihrem Koffer zurück, den sie in der Weise, dass alle etwas vom Inhalt sehen konnten, geöffnet in der Mitte des Raumes plazierte.
„Wir werden uns heute mit der Wahrheit befassen, meine Lieben, mit der NACKTEN Wahrheit! Deswegen ist jede Scham hier deplaziert. Ich werde jetzt jeden von seinen Textilien befreien. Wer mir dabei Schwierigkeiten macht, wird etwas erhitzt oder aufgeladen, bis er überzeugt ist.“ Dabei zeigte sie auf den Lötkolben und den Elektroschocker. „Ich denke, wir haben uns damit verstanden!“
Gwen benutzte die grosse Schere und schnitt die Pijamas und Nachthemden einfach auf, bis sie stückweise zu Boden fielen. Das Gleiche tat sie mit dem einzigen Slip, den eine der Damen trug.
Sie ging rücksichtslos vor, nicht darauf achtend, ob sie versehentlich jemand verletzte.
Es herrschte Schweigen.
„Kein Mbmmmbl-mmbl- W A R U M ? – Ich hätte mir etwas mehr von euch erwartet.
Statt dessen kriegt Pappi einen Ständer! Na, welche der Damen macht dich so geil, sogar jetzt noch? – Oder ist es die Situation selbst?“
Gwen riss ihm das Klebeband vom Mund, was er aufstöhnend ertrug.
„Du bist verrückt geworden, Gwen – Total durchgedreht! Siehst du nicht, was du hier machst?“
„Sicher sehe ich das, liebes Pappilein! Und ich möchte die Antwort von euch, WARUM ich das tue! Nebenbei, wieso fragst du nicht zuerst nach den Kindern? Ist dir das peinlich, wird dein Schwanz jetzt deswegen schlaff?“
„Und was ist mit den Kindern? Was hast du ihnen angetan?“
„Zu spät, Dad! – Wie so Vieles! Du wirst es sehr wahrscheinlich nicht mehr erfahren.
Das gilt übrigens für alle. Ich werde jetzt allen das Klebeband abnehmen, so dass wir uns unterhalten können. Keine Fragen, bitte! Nicht nach den Kindern, nicht nach euerem weiteren Schicksal,...., einfach keine Fragen BITTE ! Ich werde das nicht wiederholen. Wer fragt, bekommt seine Antwort von dem, was ich hier mitgebracht habe.“ Sie wies wieder auf den geöffneten Koffer.
Dann nahm sie den Lötkolben vorsichtig in die rechte Hand, während sie vor ihrem Vater in die Knie ging.
„Dir, mein lieber Erzeuger, bin ich jetzt also 2 Antworten schuldig. Die erste war doch, wenn ich mich recht erinnere, ob ich sehe, was ich hier mache. Und die zweite war die nach den Kindern. Wie ich weiss, magst es, wenn man sich tief vor dir plaziert. Wie war doch dieser überaus lustige Witz? – Warum Frauen mit Zwergenwuchs so überaus beliebt sind? – Nun, man kann sein Whikeyglas auf ihrem Kopf abstellen, während sie einem den Schwanz blasen, nicht? Mit Blasen wird das nun leider nichts, Daddylein!“
Sie stand wieder auf.
„Für den Rest von euch habe ich ein Angebot. Wer absolut sicher sein möchte, in dieser ersten Runde keinen Schmerz abzubekommen, hat die einfache Aufgabe, Daddys Schwanz mit dem Lötkolben zu verwöhnen. Nun, so ganz einfach ist es nicht: Zuerst muss er hart gemacht, und dann für jede Frage einmal im Kontakt mit dem Lötkolben sein!“