Mittwoch, 9. April 2014
Märchenstunde - Ein weiterer Auszug aus meinem Werk "Mit dem Dalai Lama nach Auschwitz"
Hört gut zu und merkt auf, meine lieben Kleinen, denn das hier ist

sehr lehrreich, und kann euch vor Schaden bewahren.

Es war einmal ein reiches Land, ein freies, wie man nicht müde wurde, zu

betonen.

Nicht, dass alle Leute dort reich gewesen wären. Das waren nur wenige. Aber die, die waren so richtig reich.

Die Meisten hatten wenig. Aber es verhungerte kaum jemand. Denen, die so richtig reich waren, gefiel das natürlich unheimlich gut. Und so taten sie alles dafür, dass sie noch reicher wurden.

Irgendwoher musste der ganze Reichtum kommen. Von denen, die wenig hatten. So war das überliefert. So hatten sie es gelernt auf ihren exclusiven Schulen. So hatten ihre Vorgänger es überhaupt geschafft, diese Reichtümer anzuhäufen.

Andere, eine nicht unerhebliche Menge dieser Reichen, hatte das Glück ereilt, sehr flexibel in Weltanschauung und im Umgang mit ihren Mitmenschen zu sein. Aus kleinen und mittleren Geschäften wurden durch die Gunst eines tausendjährig genannten Reiches und seines genialen Führers innerhalb weniger Jahre Konzerne; für den Preis einiger Millionen Menschenleben.

Wie auch immer die Reichen zu ihrem grossen Reichtum gekommen waren, meine Lieben, so war man sich in ihren Kreisen doch einig, dass man mehr haben müsse. Mehr und mehr und mehr.

Also erhöhte man die Steuern für die Armen, strich die Sozialleistungen zusammen, benutzte all die schönen Werkzeuge, die seit Jahr und Tag zu diesem Zweck geschaffen waren, und erfand einige neue hinzu, weil man ja auch fortschrittlich war.

Die Armen stöhnten unter dieser Last, die Behinderten konnten kaum mehr existieren, und der Mittelstand bröckelte nach und nach ab. Alles lief einfach grossartig.

Und es hagelte Proteste, auch Regierungswechsel gab es, eine Weltwirtschaftskrise nach der anderen. Alles lief nach Plan, denn die ganz-ganz Reichen hatten natürlich Verwandte und Freunde in anderen Ländern, überall auf der Welt.

Wie eine grosse Familie waren sie und hielten ganz fest zusammen, meine Kleinen.

Und es gab soviel Geld und Essen und Kleidung und Medizin auf der Welt, dass die ganz schön beschäftigt waren, damit das nicht in die falschen Hände geriet!

Hätten all die vielen Neger oder Chinesen überlebt, oder wäre es den Armen in unserem Land auch nur soweit besser gegangen, dass die nicht mehr hätten jeden Monat sparen und knausern und das Konto überziehen müssen, um über die Runden zu kommen, stellt euch das mal vor, die hätten am Ende noch zu denken begonnen, ihre Blöd-Zeitung nicht mehr lesen und am Schluss noch studieren wollen!

Überall auf der Welt Neger und Chinesen und Türken und überhaupt die ganzen Batschakken, die Sozialhilfe beantragen und Mercedes fahren und Doktortitel haben und im Kindergarten Rauschgift verkaufen, das musste natürlich verhindert werden! Damit musste jeder in seinem eigenen Land anfangen.

Von jedem Armen ein paar Mark in unserem Land, das brachte auch schon ein hübsches Sümmchen aufs Konto. Wo diese Haute Couture auch so teuer ist und der Zwölfzylinder wirklich nicht mit Wasser läuft; verständlich, nicht?


Zu dieser Zeit war es, als zwei Unwissende, die das alles nicht verstanden, die Idee hatten, selbst ganz-ganz reich zu werden; und auf dem Weg dahin eine Menge Anderer auch noch reich zu machen. Könnt ihr euch vorstellen, meine Lieben, WIE blöd die waren? -Die dachten doch tatsächlich, sie könnten alles das machen, ohne jemand zu bescheissen, ohne es jemand wegzunehmen und hatten noch dazu keine Ahnung davon, dass die ganz-ganz Reichen, die wissen, was richtig für alle ist, sich doch bestimmt nichts klauen lassen! Von den Armen und denen, die wenig hatten, wollten sie nichts weg­nehmen. Das hätten die sowieso nicht gedurft, denn das, was die haben, gehört sowieso schon den ganz-ganz Reichen. Also mussten sie es auf der anderen Seite holen.

Ja, meine Kleinen, unsere beiden Blödmänner hatten keine Ahnung, mit WEM sie sich da anlegen.

Denn, den ganz-ganz Reichen nimmt man nichts., Garnichts!

Die nehmen. Alles!

Das vielleicht grösste Unglück für die Blödmänner war es, dass sie gesehen hatten, wieviel es - vor allem an Geld - gibt; und dass das meiste Geld damit zu verdienen ist, mit Geld zu handeln. Also wollten sie genau das tun, mit Geld handeln; ihre eigene Bank.

Sowas, das geht nicht!


Das weiss jedes Kind. Das wisst ihr auch schon, oder?

Die Banken, die gehören den ganz-ganz Reichen, weil die soooooo wichtig sind! Dort muss entschieden werden, wer was und wieviel bekommt, wer etwas kaufen, ein Geschäft eröffnen darf oder nicht. Pleite oder Erfolg, Aufstieg oder Niedergang, HIER werden Schicksale gemacht!

Das wollten die Blödmänner auch. Nur anders. So ganz anders, als es seit Angedenken der Brauch ist.

Die rechneten nach, wieviel sie verdienen mussten, damit der Laden läuft und sie reich werden. Klar, dass die nicht soviel verdienen mussten wie es die ganz-ganz Reichen müssen. Keine Verpflichtungen, keine angestellten Politiker, keine Spenden und Zuwendungen hier und dort, nicht einmal EINEN, EINZIGEN, KLEINEN Firmenjet, da war das ganz-ganz einfach!

Und, weil die Blödmänner nicht soviel verdienen mussten, konnten sie viel billiger sein als die anderen Banken, und noch dazu grössere Risiken eingehen, weil von dem Ersparten leicht aufgefangen werden konnte , wenn einer mal nicht zurückbezahlt.

Das alles dachten sie sich und waren frohen Mutes, diese Dummköpfe!

Und so gingen die Blödmänner los und suchten in unserem schönen, freien Land nach einer Bank, die sie kaufen wollten. Als DAS aber die ganz-ganz Reichen sahen, da waren sie bitter­bitterböse! Sie telefonierten und gaben überall bescheid, so dass jeder wusste, was da Schlimmes im Gange war.

Darum, ihr Lieben, konnten die Blödmänner keine Bank finden. Einmal wurde sie plötzlich viiieeel teurer, ein Andermal war das Aufsichtsamt nicht einverstanden, - wohin sie auch gingen, und was sie auch versuchten, man erwartete die Blödmänner schon.

Da seht ihr, meine Kleinen, wie gut man auf uns aufpasst. Niemals wird zugelassen, dass die Neger und Chinesen und die bösen Türken über uns herfallen. Da sind wir ganz sicher.

Bald waren die Blödmänner so erschöpft, müde und traurig, dass sie schon fast aufgaben.

Jetzt merkt auf, denn nun könnt ihr einmal ganz genau sehen, meine Kleinen, wie stark das Böse ist. Und dass es sogar die Weisheit derer, die wissen, was gut ist für uns, überlisten kann.

Niemand konnte vermuten, dass die Blödmänner doch noch weitermachen würden. Genügend Probleme sollten sie mit denen haben, die ihnen das Geld für die Bank gegeben hatten, nachdem sie nichts erreichten.

Lernt, lernt, ihr Lieben, das Verdächtige immer im Auge zu halten und Meldung zu machen, wenn es sich rührt!

Die Blödmänner verschwanden von der Bildfläche: Urlaub machen, sich erholen, sowas hätte jeder vernünftige Mensch vermutet. Doch die? D I E?? Die kauften eine Bank. In einem anderen Land. Wo das doch garnicht geplant war! Zuerst merkte niemand etwas davon.

Doch später, als die Blödmänner soweit waren und ihre Geschäfte abwickeln wollten, da mussten die mit anderen Banken zusammenarbeiten. Und da schnappte die Falle zu. Alles, alles kam heraus, ihr Lieben!

Nicht nur, dass die besser und billiger und freundlicher sein wollten, nein, nein, nein, die hatten auch noch versucht, die HEILIGUNG anzutasten!

Ich weiss, ihr kennt die HEILIGUNG noch nicht. Ich will es euch erklären.

Da gibt es Leute, die ganz schlimme Sachen machen; die handeln mit Drogen, mit kleinen Jungs und Mädchen, bringen andere Leute um, machen Glücksspiel und allsowas.

Ja, genau, da sind ganz viele Neger und Chinesen und Türken dabei, aber auch noch Andere. Die dürfen das aber, weil die ganz-ganz Reichen sie streng kontrollieren und immer darauf achten, dass die sowas nur mit den Richtigen tun, also mit anderen Negern und Chinesen und Türken und Batschakken. Und das macht dann garnichts. Mit den schlimmen Sachen verdienen die gaaahaaanz-gaahaanz vieeeel Geld, wisst ihr,

Dieses Geld ist richtig schmutzig. Das habt ihr alle schon gehört. Darum dürfen es die Leute auch nicht zur Bank bringen. Wenn einer das tut, heisst das Geldwäsche.

Nur, wenn die ganz-ganz Reichen dieses Geld annehmen, passiert etwas ganz anderes. Die tun es nämlich in Riesen-Riesen-Banken, wo soviel Geid ist, wie ihr euch garnicht mehr vorstellen könnt. Das haben die ganz-ganz Reichen für den Zweck zurückgelegt, wenn sie einmal die Welt retten müssen.

Ja, meine Kleinen, die sorgen für alles, wirklich alles. Wenn die Umweltverschmutzung zuviel wird oder sonst irgendetwas passiert, nehmen sie das ganze, viele Geld für die Heilige Aufgabe, die Welt zu retten. Wenn dann also das schmutzige Geld zu dem vielen Heiligen Geld kommt, geschieht die Heiligung: Gegen die Riesenberge Heiliges Geld ist das schmutzige Geld immer sehr wenig. Und die Heilige Kraft des Heiligen Geldes reinigt das schmutzige Geld nicht nur, es geschieht sogar die HEILIGUNG .

Aus dem schmutzigen wird HEILIGES Geld. Die Leute, die das Geld verdienten, bekommen von der Bank wieder anderes, ganz normales Geld, und das HEILIGE Geld bleibt für den Tag der ERRETTUNG hinterlegt.

Damit ist auch immer garantiert, dass die Leute, die das schmutzige Geld verdienen, unter Kontrolle bleiben; denn niemand sonst kann ihnen diese Mengen Geld abnehmen und HEILIGEN!


Diese tückischen Neger und Chinesen und Türken und Batschakken, die hatten natürlich gehört, dass es da eine neue Bank gibt. Und weil denen natürlich garnichts an der HEILIGUNG lag, und die nur ihr schmutziges in ganz normales Geld umtauschen wollten, dachten sie sich, das könnte diese neue Bank doch auch machen. Die war doch sowieso bei allem viel-viel billiger als die Anderen. So wollten sie viel sparen und am Schluss vielleicht selbst ganz-ganz reich werden.

Und die Blödmänner? Die wussten davon ja auch nichts!

Wenn jemand zu denen sagte, dass er bei der neuen Bank gerne Geld anlegen wollte, da verlangten die nur die amtlichen Dokumente und freuten sich.

Die glaubten doch wirklich, dass, wenn sie sich an die Gesetze halten, genau wie die ganz-ganz Reichen, wäre alles in Ordnung. Ja, meine Kleinen:

Sooooo blöd waren die ganz-ganz blöde Blödmänner! Aber zum Glück kam es gamicht soweit, dass die irgendetwas durchführen konnten. Dafür sorgte die Weisheit derer, die wissen, was gut und richtig für uns ist, meine Lieben!

Zuerst einmal arbeitete keine andere Bank mit der Bank der Blödmänner zusammen. Also konnten die so gut wie garnichts machen. Dann kam das Finanzamt und durchsuchte alle Büros und beschlagnahmte alles Geld der Blödmänner, weil man die verdächtigte, Steuern zu hinterziehen.

Das mit der Steuerhinterziehung wurde nichts, aber, weil das ganze Geld beschlagnahmt war, konnten die Blödmänner nichts mehr ausbezahlen. Auch das nicht, was sie versprochen hatten. Und das war dann verboten.


So kamen die Blödmänner vor Gericht und es gab einen grossen-grossen Prozess. Von Steuern war da keine Rede. Aber von ganz viel Verbotenem, müsst ihr wissen.

Dass sie vielleicht versucht hatten, mit den Negern und Chinesen und Türken und Batchakken die HEILIGUNG zu beschmutzen, das kam noch dazu, als das Urteil gesprochen wurde.

Da wurden die Blömänner in den Kerker geworfen.

Für ganz lange-lange Jahre.

Damit es Allen eine Lehre sei.

Und jeder an seinem Platz bleibt und tut, was ihm gesagt wird.

Damit alles gut wird.


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