Samstag, 31. Mai 2014
Endlich mal wieder sprechen. Miteinander sprechen ist der Beginn der Tänze der Äpfel, die nun beginnen, sich den Ziegen anzuschließen!
Hi und hallo, good hearts, ihr lieben, ihr frisch Erleuchteten, ob gestern, heute, oder in einem gewesenen dann.., das garantiert kommt! Kurz und knapp werde ich es halten, auch heute. Die Nacht schlief ich kaum, doch waren es absolut keine negativen Umstände oder Geschehnisse, die dazu führten, sondern das Gegenteil. Nachdem ich schon wieder sehr früh auf dem Sofa einschlief, weckte mich meine Frau, die dann auch zu Bett gehen wollte. Wir sprachen ...noch ein paar Worte, und eines gab das Andere, ...und schon war es heller Morgen. Früher, ...als wir noch jünger waren, bin ich versucht zu sagen, gehörten solche Gesprächsnächte zu unseren Gewohnheiten. Nun, wir sind um einiges älter und befinden uns in einer von wirklich harten Umweltbedingungen geprägten Zeit größter Belastungen, kommt es kaum, um ganz ehrlich zu sein, fast nie wieder dazu, was nicht daran liegt, dass wir nicht wollten, sondern daran, dass wir einfach einschlafen. Die vergangene Nacht tat uns beiden sehr gut. Das bestätigte auch meine Frau. Wir sprachen viel über LittleE., Mrs. Funbags und dieses ...“Ereignis“, analysierten und fragten nach, jeder in sich und gegenseitig. Es traten gute Ergebnisse zu Tage. So werden wir nicht mehr damit weitermachen, unsere Zeit und Energie anzubieten, als wäre das alles nichts wert; und wir hätten nebenbei nichts zu tun, um unser eigenes Überleben zu sichern. Keine Rache, kein Zurückschlagen, auch nicht rhetorisch.., es geht ABSOLUT NICHT IN DIESE RICHTUNG! Doch erkennen wir die Tatsache an, dass wir es uns selbst gegenüber nicht weiter vertreten können, uns derart behandeln zu lassen, woraus ein distanzierterer und doch gleich hilfsbereiter Umgang folgt. Gut, nicht? Ich fühle mich sehr wohl damit!
Nach wenigen Stunden schon gab es Frühstück und heute einmal K E I N E Pflichterfüllung! Nichts davon! Keine Partikel! - Stattdessen ein ausgiebiges, ruhiges, getragenes Frühstück, die Besprechung unserer Einkäufe und Erledigungen dieser Tage. Alles ganz easy, was einen mehr als angenehmen, einen für mich sehr wohltuenden Kontrapunkt setzte!
Es blieb mir nichts anderes übrig, als zu versuchen, unsere Schrauber-Crew zu erreichen. Nach einigen Versuchen gelang das auch. Nun will man sich am Montag melden, nachdem man sich um die Teile kümmerte, um diese beiden Schläuche... Diese Bittstellerei geht mir auf die Nerven! - Obgleich es jetzt keine ist, da Monatsanfang ist und wir wieder über Geld verfügen und sofort zahlen...
Wir radelten in die nahegelegene Stadt und machten unsere Besorgungen anschließend. Mir fiel das Fahrradfahren schon sehr schwer. Es strengte mich wahnsinnig an. Nach wenigen Minuten lief mir der Schweiß überall herunter, die Luft blieb mir weg, meine Beine wurden schwer..., und so weiter... NULLFit, würde ich sagen! Suzuki meint, ich solle mir keine Gedanken machen, ich wäre eh schon wehleidig genug und ein halber Hypochonder. Ok-ok, ist schon gut!
Break. Eben ging das Telefon, doch hatte ich keine Lust abzunehmen und so ließ ich den AB laufen. Da schau her! Mrs. Funbags rief an, um uns zu sagen, LittleE. habe den Computer repariert! - Das wird ja immer abenteuerlicher! Mir fehlen die Worte! - Wie dem auch sei. Das lasse ich jetzt ganz einfach etwas einwirken.
Ja, ich sprach von der körperlichen Anstrengung, mit der ich momentan so wenig klarkomme. Mein Körper flippt noch immer dann und wann aus, produziert Schmerzen, insgesamt jedoch stimmt die Richtung; es geht hin zum Leben!
So, nun kann ich noch ein paar kleine Tipps versenden, good hearts, ihr Lieben, ohne über meine Kraftgrenzen zu gehen.
Viel Spaß bei einem weiteren Teil aus „Lucifers Field“:
Esmeraldo II

Don Stefans Erektion war dahin, Don Pedros Interesse geweckt und Sir Em erlebte absurde Hyde-Park-Assoziationen, deren bildliche Vorstellung und Gefühl sich in beunruhigender Weise in Richtung der Rocky Horror Picture Show neigte. Candid Cam, ein Scherz der Kumpel aus dem Golfclub, ein Ablenkungsangriff für irgendeine andere Teufelei, jetzt war alles möglich. Teufelei? Em bemerkte das Wort, als er es in Gedanken gebrauchte. Er musste aufpassen, sich in Acht nehmen, um nicht von dem hier machtvoll um sich greifenden Wahnsinn erfasst zu werden. Jetzt hieß es nüchtern sein und angemessen reagieren.
"Sie, junger Mann, sie kommen von meiner Mülltonne herunter, gehen weg und halten irgendwo anders ihre Reden!", schrie er Esmeraldo entgegen. An Don Stefan gerichtet sprach er langsam und ernst (er hatte seine Selbstkontrolle wiedergewonnen): "Sie, mein Herr, sie ordnen jetzt besser ihre Kleidung und besser noch ihren Verstand!" Abschließend wandte er sich an Don Pedro mit den Worten: "Sir, ich weiß nicht, was hier vorgeht, aber sie scheinen mir der Vernünftigste in dieser verrückten Versammlung zu sein. Bitte nehmen sie ihre Freunde und gehen sie, beruhigen sie sie, oder tun sie an einem anderen Ort das, was immer es ein soll. Irgendwo anders, nur nicht hier. Ich bitte sie."
Don Pedro wandte sich ihm zu, immer noch grinsend, doch auch mit einem ernsten Zug im hypnotischen Dunkel seiner Augen: "Ihr Hund hat meinen Freund gebissen, in die Nase, um es genau zu sagen, und in die volltrunkene dazu. Es ist nicht normal für ihn, zu trinken, bevor die Sonne untergeht, doch begingen wir heute den Tag der Santa Maria del Labia (der nur Insidern bekannten Schutzheiligen des Cunnilingus, was Don Pedro tunlichst verschwieg), was ein besonderes Fest für uns ist. Sie müssen meinem Freund verzeihen, der, wie gesagt nicht gewohnt ist zu trinken, es bis vor Kurzem nicht kannte zu feiern und auch sonst in seinen jetzt reiferen Tagen erst damit beginnt, sich der Welt zu öffnen. Ich versichere ihnen, Don Stefan del Monte ist ein Ehrenmann, dessen Ungeschick in der Ausführung der wahrhaft herzlich guten Tat, Ihrem Hund ein Getränk auszugeben, zu den Umständen führte, unter denen wir uns nun kennen lernen. Wenn sie gestatten darf ich mich vorstellen. Ich bin Don Pedro de Lazaro, Pete für meine Freunde."
So angesprochen war Sir Em seine drohend erhobene, die Reizgasdose führende Hand peinlich. Schnell verbarg er sie hinter seinem Rücken. Don Pedros Worte verfehlten wie immer ihre Wirkung bei keinem, der sie hörte. Don Stefan ließ sein Gehänge verschwinden, schloss die Hose und zupfte nervös, von einem Fuß auf den anderen tretend, seine Kleidung zurecht. Esmeraldo erstarrte, denn der für ihn überirdisch-weiche und melodische Klang der Stimme Don Pedros beschwichtigte die Geister der Halluzinationen und ließ die Wahrnehmung dieser realen Welt wieder zu.
"Ich bin Emerald Fitzgerald Nottington, Duke of Rumor und erfreut, sie kennen zu lernen.", antwortete Sir Em artig. "Was, wenn ich fragen darf, ist mit dem Mann auf meiner Mülltonne. Wurde er etwa auch gebissen?"
"Nein, soweit ich weiß nicht. Es handelt sich um den Taxifahrer, der uns hierher brachte. Ganz offensichtlich halluziniert er, oder er befindet sich in einer besonders obsessiven Phase eines religiösen Wahnes. Ich kann ihnen beim besten Willen nichts Genaueres sagen. Als wir das Taxi verließen, war er noch ganz normal. Er versprach zu warten und machte im Übrigen einen absolut vernünftigen Eindruck."
"Nun, jetzt schweigt er wenigstens," gab Sir Em versöhnlich zurück. "Wenn es auch schöner wäre, er würde von seinem Posten herunterkommen und wieder im Taxi Platz nehmen, so dass alles seine Ordnung hat, nicht wahr?"
"Lassen wir ihn einen Moment zur Ruhe kommen und schenken wir unser Vertrauen der Schwerkraft, die uns letztendlich sehr selten enttäuscht.", schlug Don Pedro vor. "Inzwischen darf ich die Herren nun formell bekannt machen: Don Stefan del Monte, cholerisches Opfer eines Hundebisses, Sir Emerald Fitzgerald Nottington, ahnungsloser Hundebesitzer."
Bei dieser fast schon rituellen übertrieben-höfischen Vorstellung, die Don Pedro mit karikaturhaften Gesten, die Brokat und Puderperücke, den affektiert-puttengeschwollenen Gehstock im Goldlook und sogar das kleine weiße Tüchlein in seiner Hand fast sichtbar werden ließen, überkam alle ein erleichterndes Schmunzeln.
"Stefan nennt man mich, einfach nur Stefan, Sir Nottington. Und,..., es tut mir leid. Wie Pete schon sagte, war ich schwer betrunken..."
"Nicht der Rede wert, alter Kumpel. Ich bin Em, das ist mein bevorzugter Name. Die Angestellten setzen ein Sir davor, aber mir ist es lieber ohne..."
Ein Rumpeln unterbrach Sir Em. Esmeraldos Kampf gegen die Schwerkraft hatte sich unüberhörbar entschieden. Er schien unverletzt, wie er sich verduzt umblickte und vor sich hinfluchte.
"Nun, also, nennen sie mich Em, meine Herren, und außerdem, sie müssen mir alles erzählen über den Unfall mit meinem Hund, was da geschehen ist, wie es dazu kam und so weiter. Charles hat so etwas noch nie getan, müssen sie wissen. Eigentlich habe ich immer schon vermutet, er sei Pazifist, Angehöriger einer dieser New-Age-Pseudoreligionen, denn er sieht viel fern mit Lady, die diese Kanäle bevorzugt... Ach, ich rede und rede, ich unhöflicher Bursche, während wir hier draußen, in der brütenden Sonne stehen. Darf ich die Herren zu einem Drink, einem Kaffee vielleicht oder einen Tee ins Haus bitten?
Man könnte sich auch um ihre Nase kümmern,Stefan. Maria 4 ist sehr gut darin, Wunden zu versorgen. Ach ja, Maria 4, das, ich meine der Name, wird sie verwundern, aber wir haben nun einmal vier davon. Alle unsere Hausmädchen heißen Maria und werden von uns bei ihrem Namen angesprochen So ist..., ach Verzeihung abermals, ich rede und rede... Wenn es ihrem Fahrer besser geht und er Herr seiner fünf Sinne ist, darf er gerne mit uns kommen, um in der Gesindeküche auch etwas Stärkung zu erfahren."
"Sehr freundlich, Sir Em, doch ich fürchte, wir müssen jetzt gehen.", meldete sich Don Stefan, dem das Ganze Ausmaß der Peinlichkeit immer bewusster wurde, zu Wort.
"Wozu die Eile?", fragte Don Pedro. "Wie wäre es, wenn du unserem verwirrten Fahrer helfen, ihn zu Verstand und ins Haus bringen würdest, während ich Sir Em alles erkläre?"
Diese Lösung gefiel Don Stefan zwar nicht ganz so gut wie seine Idee mit dem höflich-blitzschnellen Abzug, doch gab sie ihm sofort etwas zu tun, entsprach also seinem anpackendem Temperament und zusätzlich enthob sie ihn der schmerzlichen Pflicht, das Unerklärliche in Worte zu fassen, was nun auf Don Pedros Schultern lag. Don Pedro würde die rechten Worte finden, daran hatte er keinen Zweifel. Er war der Magier des Worts, hatte seinen verdienten Ehrenplatz in Don Stefans innerem Pantheon der Virtuosen bei der ersten Begegnung eingenommen und seither zuverlässig bestätigt. Er würde das Geschehene nicht verzerren, kein Deut an dem, was wirklich war, wegnehmen und nichts dazufügen, sondern vielmehr die Wahrheit entblößen, doch nicht auf eine obszöne, anzügliche Weise. Wie Yehudi Menuhin oder Isaak Stern mit der Violine, Picasso oder Turner mit Leinwand und Farbe, wie Michelangelo bei der Befreiung des David und der Pieta aus den groben Marmorblöcken, so würde Don Pedro der Wahrheit Gestalt verleihen auf die eine Weise, die per se Staunen, Verstehen und einen stillen Moment des Empfindens einer zenhaften Ganzheit erschafft. Don Stefan hatte inzwischen Erfahrung darin, selbst die banalsten Sachverhalte, wie zum Beispiel das Überqueren einer Strasse durch eine rote Katze, den Geschmack des Kaffees an einem bestimmten Tag, oder das anscheinend zufällige Stehen bleiben einer mechanischen Uhr durch die wundervoll anderen Augen zu sehen, die Don Pedros Worte bei der Berührung mit den jeweiligen Themen schufen. Dabei blieb der Kaffee Kaffee, die Katze eine Katze und auch die Uhr blieb das, was sie war, wenn er darüber sprach. Es war, als blicke man auf ein Gewebe, ein alles verbindendes, lebendiges Geflecht, anderer Natur als Adern und Kapillaren im Menschenleib, viel verzweigter, viel mehr lebendig, aus sich heraus wahrnehmend, auf alles reagierend und mit allem interagierend, wenn man Don Pedros Stimme folgte. Nach solchen Einblicken hieß es für Don Stefan meist einen kräftigen Schluck nehmen, an Schloss Gripsholm denken und unauffällig seine Eier kneifen (auch so eine Empfehlung Don Pedros, die, wie die Geschehnisse dieses Tages, auf der jedem unaufmerksamen Beobachter zugänglichen Oberfläche der Alltäglichkeit betrachtet banal-ordinär und an Profanität kaum zu überbieten ist, aber das Geheimnis einer großen Wirksamkeit in sich trägt). Don Stefan liebte und fürchtete die wundersamen Erklärungen des Don Pedro zu gleichen Teilen. Mehr als eine wöchentlich war zuviel für ihn, brachte ihn zu sehr aus der Fassung und vermittelte ihm den Eindruck, so klein, von so geringer Wichtigkeit in dem ganzen Gefüge des Seins zu gelten, dass er über die Zuckungen seines Ichs nur noch lauthals lachen mochte und jede Teilnahme an der Welt des Menscheins zu verweigern ihm sinnvoll erschien. Darin, in dieser Gefährlichkeit, erkannte er die Wahrhaftigkeit der Virtuosität Don Pedros, in der Verbindung zu etwas, das Menschen von Zeit zu Zeit gegeben, in winzigen Dosierungen allerdings, Ehrfurcht und Achtung lehrt, sie zu Tränen rührt und ihrem Fühlen alle Grenzsteine entreißt. Don Stefan war diesen Momenten sein Leben lange gefolgt, hatte gehört, gelesen, geschaut und allen Künsten seine Sinne anvertraut, um sich dahin entführen zu lassen, an den Ort, an dem in Faustscher Sprache "Menschennatur und Götternähe" einander fast berühren. Don Pedros Deutungen machten diesen Ort evident. Sie gaben Don Stefan die Gewissheit eines "Mehr" ohne dogmatische Bindungen, frei von einzuhaltenden Ge- und Verboten, die Sicherheit eines unpersönlichen und allanwesenden, in jedem Moment der hastig davoneilenden Zeit präsenten Gottes, vermittelten ihm das Spüren einer fundamentalen Wahrheit, die den Gedanken an Tod und Vergessen den giftigen Stachel zieht.
Für Don Stefan war das Leben einfacher so; und beschwerlicher auch, fühlte er doch die mit der Befreiung von der panischen Angst vor dem Tode einhergehende Pflicht, sich mehr zu öffnen, den Menschen seiner Umgebung Achtung statt Verachtung zuteil werden zu lassen. Don Pedro hatte ihn mit dem ersten Spruch, mit der Entgegnung auf seine von Verbitterung triefende Frage nach dem Sinn des stundenlangen Herumglotzens auf der Plaza tief getroffen und motiviert. Der offenkundige Spott über sein Handicap, die dabei grobe Nichtbeachtung aller politischen Korrektheit und der von allem Hohn gleichzeitig gänzlich freie, ehrlich-neugierige Blick in seine Augen, das hatte Don Stefan zum Bleiben veranlasst und dazu, mit dem Manne zu sprechen. Jetzt folgte er, Don Stefan, genau diesem Beispiel. Wo immer die alte Leier seines zwanghaften Verhaltens, diese Gebetsmühle der Erniedrigungen und Beschimpfungen, der ungewollten Grobheiten und Abqualifizierungen ihn zum Sprechen bringen wollte, gebot er Einhalt und begann zu spotten. Wenn sein Spott anderen die Fortschritte ermöglicht, die er in so kurzer Zeit verbuchen konnte, war das ein gutes Werk und er ein guter Mann, so dachte er.
In dieser Stimmung kümmerte er sich hinwendungsvoll um den immer noch höchst verwirrten Esmeraldo. "Vielleicht ein Schlaganfall, mein Lieber. Wäre aber etwas früh in deinem Alter. Oder eine Hirnblutung könnte sein, wenn du auf dem Kopf gelandet bist. Kann alles passieren, aber meistens erst später, in ein paar Stunden. Werden wir sehen, wenn du zuckst wie ein Aal und spuckst wie ein Lama. Ach Quatsch, alles halb so wild, denke ich. Du guckst ja ganz wach. Schlecht gegessen ist auch möglich. Jetzt streng dich halt auch mal ein bisschen an, lass nicht mich die ganze Arbeit tun.", redete er auf Esmeraldo ein, als er ihm hoch half.
Em und Pete, die gemeinsam dem Haus entgegen schon ein Stück gegangen waren und nach ihm sahen, nickte er beschwichtigend durch das jetzt offene Tor zu. "Komme gleich! Wo soll ich den hinbringen?"
"Ums Haus rum links. Kannst nicht verfehlen. Ist ne große Tür. Eine Maria dort, ein Hausmädchen, bringt dich dann zu uns."
"Ok."
"'Nen Joint geraucht.", blubberte Esmeraldo, halb auf Don Stefan liegend, in dessen Ohr. "So nen Superskunk, dieses Genzeugs, das geht ab wie ein Zäpfchen, sag ich dir. Mir ist immer noch ganz flau."
"Glaub ich gerne. Ich selbst hab es Jahrzehnte gelassen, erst wieder in letzter Zeit ab und zu was geraucht, aber nie das aus dem Labor. Da trau ich mich nicht dran. Musst verrückt sein, du. Aber, da sieht man's wieder, die Verrückten und die Kinder haben Glück! Dir geht's wieder ganz gut, na ja, einigermaßen und du kannst dich jetzt erst mal ausruhen da drin. Lass dir essen geben und trink was und ich schau mal, ob ich irgendwo ne Valium auftreibe, damit du da sauber wieder runterkommst, mein unvorsichtiger Freund!"
"Dank dir auch. Du bist ok, wirklich in Ordnung bist du.", sprach Esmeraldo mit den Puddingbeinen und ehrlich gerührter, wenn auch angeturnter Stimme.
Das war einer der seltenen Momente, die Don Stefan im Bruchteil einer flüchtigen Sekunde zum Schweigen brachten; innerlich wie äußerlich. In ihm kehrte eine Ruhe ein, die seinen gewöhnlich hektisch-aufmüpfigen Geist zum Nachlassen brachte, seinen Körper die schmerzende Nase, die halbe Alkoholvergiftung und das Gewicht des Taxifahrers vergessen ließen und jede Intervention oder Deutung Don Pedros völlig unnötig machte. In genau diesem kostbaren Moment spürte Don Stefan das "Mehr", das er war, das in seiner Unbedeutendheit nicht zu übertreffen und winzig-winzig-winzig, doch einen Augenblick lang das Zentrum des Kosmos repräsentierte und alles und jeden aus dem spürbar unendlichen Reservoir dieses Fühlens der Verbundenheit zum Nächsten ernährte. Er war alle Brüste der Welt, alle voller Milch und willig dargeboten, das Unendliche zu teilen, das sein Besitz war und niemandes Eigentum und nur nähren, nur wachsen helfen und heilen kann, nicht aber aufbewahrt werden, nicht eingesperrt. Dies ohne intellektuelle Deuteleien frei fließen zu lassen, das hatte er noch nie vermocht. Dies wissend und mehr noch fühlend, in uneingeschränkter Klarheit um die Geringfügigkeit auch ebendieses Momentes, feierte er atemlos vibrierend und vollkommen entspannt, weil wirklich befreit von allen Ego-Blähungen, den größten Erfolg seiner Bescheidenheit. Don Stefan war glücklich.
"Bist du auch, mein Lieber", kam es schließlich brüchig über seine Lippen, "das bist du auch." Don Stefans Hand hatte Esmeraldos Kopf leicht und zärtlich gestreichelt, als würde ein Vater den Sohn segnen. Das bemerkend, machte es Don Stefan zum kumpelhaft-aufmunternden Haarwuscheln, das er mit einem "Jetzt lass uns gehen!" in Harmlosigkeit überführte, ohne in sich die Intimität des Momentes zu leugnen.

Bis zum nächsten Mal (Grüße von Father's Father, Le Madre, Suzuki und den anderen...)!
LOVE! cozyP LOVE!