Sonntag, 28. Dezember 2014
Auch hier “Dark Secrets: Inside Bohemian Grove”? Die Sonntags – Belohnung! - Zurückgeworfen auf das abscheuliche Angesicht dieser Identitätsspur! - Scheiße ist Scheiße, auch wenn man Pralinen dazu sagt! Und Suzuki hat Recht damit! Das sagen auch Äpfel und Ziegen!
fahfahrian, 19:30h
Erwachend zwischen den Welten…, wie pathetisch das klingt! Scheiße! So eine Scheiße auch!
Mir geht es momentan damit, mit meiner Aufwachphase, nicht so sehr gut, good hearts, ihr Lieben. Das liegt daran, dass ich immer noch den Überblick verliere…, ok dazu muss ich weiter ausholen. Ok. Wird gemacht. Ist wichtig. Wenn ihr soweit seid, an diesem Punkt, ist es für euch dann vielleicht nicht so ein verdammt mulmiges Gefühl wie für mich; hoffe ich jedenfalls.
Es geht darum, wie ich von den Identitätsspuren, auf die ich in der Nacht wechsle, wieder zurückkehre. Ich wechsele nahezu jede Nacht häufig die Identitätsspuren, was Training ist, wie man mir erklärt. Während dieser längeren Aufenthaltsperioden klappt auch alles recht gut und ich komme auch mit den Wechseln recht gut klar.
Nur, wenn es an das Aufwachen geht, um den Wechsel, das Herantasten an diese, uns gemeinsame Identitätsspur, beginnen meine Problemchen. In diesem State of Mind ist es so, dass ich ungeheuer viel mehr Beweglichkeit habe als sonst und so leicht, wie man es von dem Kurier Eligio und Juan Tuma sagte, zwischen den Identitätsspuren hin und her flippe, ja, flippe, wie eine Kugel im Flipper – Kasten! Es geht mir alles zu schnell, viel zu schnell und ich habe keine Möglichkeit, gedanklich, fühlend oder in sonst irgendwelchen Systemen oder Kategorien, die mir in diesem Zwischenzustand zugänglich sind, Kontrolle, oder wenigstens Orientierung zu erlangen. Das führt zu Panik. Mir geht mein verweichlichter Fettarsch auf Grundeis, aber wie! – Macht euch also nichts daraus, good hearts, ihr Lieben, wenn ihr euch bei dieser Übung ins Höschen scheißt!
Das musste gesagt werden. Gut so.
Sonst alles klar.
Erträgliche Schmerzen heute. Das verdammte Genick.
Gestern Abend das gleiche Lied.
„Tolerierbar Tolerabel“, so nennen wir das.
Tolerierbar…. Tolerabel…. Gutes Stichwort. Wir wollten uns heute einen besonderen Kunstgenuss gönnen und den länger schon aufgezeichneten, preisgekrönten „Faust“ eines Russen anschauen. Gute Absicht, oder?
Dass uns in der ersten Aufnahme, dem ersten Scheiß – Bild dieses üblen Machwerks ein grauer und toter Schwanz, der Penis einer Leiche dargeboten wird, konnten wir nicht ahnen! Gleichermaßen verhielt es sich mit dem darauffolgenden Ausweiden, dem Ausnehmen der Leiche durch Faust, die uns weitere ekelhaft Details der Physis des geschunden Mannes im Übermaß bot… Was sagt man? Was sagt man dazu? – Und es ging genauso weiter; beim Ausschalten war gerade eine Vaginaluntersuchung zu sehen… Fuck!
In der weiterhin guten Hoffnung, etwas erheitert zu werden wenigstens, starteten wir unseren zweiten Versuch und einen Weihnachtsfilm, in dessen Anfangsszene ein betrunkener Weihnachtsmann die traurige Geschichte seiner Weichei – Kindheit (um die sich meine Frau und ich beispielsweise im Tausch für die unsrigen geprügelt hätten) beklagte und anschließend ebenso herzergreifend kotzte…
Ende des zweiten Versuches.
Ist denn die ganze verdammte Welt verrückt geworden?
Nein, sie ist nur so, wie sie ist, eh klar! – Wenn ich mir jemals über die Natur dieser ekelerregenden Identitätsspur nicht absolut klar war, so füllte das heute die letzten Lücken und das Fass lief nicht nur über, sondern es explodierte, weil alles aus Nitro war.., und BUMM!
Ein mehr oder minder zufällig du im Gehen aufgenommener Österreicher, ein Kabarettist, rettete uns dann doch noch mit seinem frechen, bizarren und teilweise wirklich feinsinnigen Humor der besonderen, eben österreichischen Art. Hader heißt der Mann und Josef auch noch, glaube ich.
Nun, dies war das Protokoll der Ereignisse dieses Tages. Nicht ganz. Nicht vollständig?
Ja, aber der Rest geht euch einfach nichts an, good hearts, denn da ginge es um K+, wie wir früher in der Psychoszene gute Kinästhetik nannten, also Sinnlichkeit, Erotik, Sex auch und Bewegung…, ihr kennt das, wie wir hoffen…
Cooler Tag. Beschissene Darbietungen. So unser Resümee.
Scheiße ist Scheiße, auch wenn man Pralinen dazu sagt, das erwähnte Suzuki vor längerer Zeit anlässlich einer seiner Unterweisungen, wobei er auf das Wesen dieser, der uns momentan gemeinsamen Identitätsspur zielte. Heute fühle ich mich darauf zurückgeworfen wie selten.
Die widerlichen Herrscher dieser pervertierten Welt unseres Hier und Heute, sie belohnen Abscheulichkeit und Verderbtes mit Kunstpreisen und nennen es Kultur und geistreich! Diese verdammten Eulen – Anbeter sind dermaßen zum Kotzen!
Manchmal, wenn es mir besser geht, ich einigermaßen schmerzfrei bin oder es gerade noch tolerierbar tolerabel ist, neige ich dazu, und ich glaube, diese Tendenz ist gar nicht so selten, neige auch ich also dazu zu verdrängen, dass wir es mit verdammten Geisteskranken Kinderschändern und Kannibalen zu tun haben, die hier absolut herrschen. Ich denke, dies Ausweichen ist verzeihlich, denn, Baby, wer und was du auch immer bist, du kannst so erleuchtet sein, wie du nur willst, das dauernde Bewusstsein der Monstrosität dieser ständigen und unaufhörlichen Verbrechen hältst du einfach nicht aus!
Und wenn du nichts weißt, dann gibt es diese Worte zum Beispiel: “Cremation of Care” und “Dark Secrets: Inside Bohemian Grove” und so weiter und so fort…, oder das „Zeugensterben“ im Falle Marc Dutroux und so weiter und so fort…
Heute stießen wir einfach einmal mehr auf die bestialischen Blüten, die hier und jetzt ihr Unwesen treiben, gefördert und behütet von Verrückten, die Eulen anbeten und ihre Unkultur des Kannibalismus pflegen!
Da ich an dieser Stelle einfach eine Scheiß – Wut und keine Wahl habe, bin ich gezwungen, mich abermals zu wiederholen; und ich sagte es euch ständig, Tag für Tag! – Es ist nur und ausschließlich und alleine mit Humor zu ertragen, denkt an Don Genaro und das Schweinchen, das Gott – sei – Dank noch nicht geschlachtet wurde.. Dann stimmt ein, wenn ihr Lust habt:
AUSSERDEM UND IN ERGÄNZUNG ZU ALLEM IM MULTIVERSUM JEMALS GESAGTEN, GESAGT HABEN, SAGEN, GESAGT WERDEN, ZU SAGEN GEHABT HABEN UND SO WEITER UND SO FORT ÜBER ALLE SCHEINBAREN SPRACHBARRIEREN, LINGUISTISCHEN UNZULÄNGLICHKEITEN UND UNVERSCHÄMTEN WIDERSPRÜCHLICHKEITEN, DIE AUS DER ÜBERAUS ANMASSENDEN UND EKEL ERREGENDEN ANNAHME DER EXISTENZ VON ZEIT UND RAUM UND BEWUSSTSEIN UND SO WEITER UND SO FORT ENTSTEHEN, UND SO MANCHEN BRAVEN VENUS – BEWOHNER ZUM ANALEN BLUTSTURZ BRACHTEN, SO STANDEN, STÜNDEN, UND GESTANDEN HABEN GEHABT UND EINGENKT DES GEDACHTEN VERLACHTEN, LEGE ICH WERT AUF DIE FESTSTELLUNG DES SACHVERHALTES MEINER HALTUNG GEGENÜBER AUSNAHMSLOS ALLEN EULEN – ANBETERN, KINDERSCHÄNDERN, KANNIBALEN UND ALLEN AUSBEUTERN UND ALLEN NICHTZUM TEILEN BEREITEN ZURÜCKGEBLIEBENEN EGOISTISCHEN SELBSTREFERENZIELLEN UND GEWALTTÄTIGEN STINKENDEN DEGENERIERTEN INZÜCHTIGEN IDIOTEN; also möchte und will und bin ich unfassbar stolz, GANZ GENAU WIE GESTERN UND IN JEDER SEKUNDE meiner unumstößlichen und unbeugsamen, an manchen Tagen bis zu 12 Metern langen, dunkelgrünen und wunderschönen Salatgurke der Züchtigung angemessenen Ausdruck verleihen, auf dass man es höre und es widerhalle in den degenerierten, mit unvorstellbar stinkendem, infektiösem und ekelerregenden Dreck verkrusteten, in abartiger Manier verwachsenen Gehörgängen der beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und deren Scheiß – Fußsklaven, ich bin ich selbstverständlich auch weiterhin und ständig und überall und entschieden ohne Ende und erregt bis in die Fußsohlen und eingeseift mit entschärftem Ayahuasca und mit patriotischen Smarties gemäß der kosmischen Verordnung für Farben in separater Reihenfolge der Schwingungswerte beworfen und in die Panade des Zornes, jawohl, in die Panade des Zornes selbst gewickelt, eingehüllt in das Aroma wilder Karotten, mit Kartoffeln beworfen und ausgepeitscht mit lauwarmen grüngelben Kohlblättern von der Loire und erzürnt wie ein Bruder, ein Stiefbruder eines vollkommen runden Gouda – Käses aus dem schönen Holland, ein im kochenden Sud vernachlässigter, so ganz und gar deplazierter, ein zwei Monokel tragender Schinken aus Flandern, so und auf jede andere und somit auch keine bestimmte Art und Weise bin ich dafür, dass man die beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und Fußsklaven vom Planeten Erde alle radikal Preußisch Blau einfärbt und daraufhin ein für allemal abschiebt zu den Außerirdischen Dunklen Mächten, nach deren getrockneter Scheiße und Popel die Sippschaft sowieso hoffnungslos süchtig ist!
Ok, good hearts, ihr seht, cozyP ist immer dabei!
Und, wenn ihr irgendwas braucht...
nehmt es euch auf: www.g-cook.com
Und, ihr wisst schon!
AUSSERDEM UND IN ERGÄNZUNG ZU ALLEM IM MULTIVERSUM JEMALS GESAGTEN, GESAGT HABEN, SAGEN, GESAGT WERDEN, ZU SAGEN GEHABT HABEN UND SO WEITER UND SO FORT ÜBER ALLE SCHEINBAREN SPRACHBARRIEREN, LINGUISTISCHEN UNZULÄNGLICHKEITEN UND UNVERSCHÄMTEN WIDERSPRÜCHLICHKEITEN, DIE AUS DER ÜBERAUS ANMASSENDEN UND EKEL ERREGENDEN ANNAHME DER EXISTENZ VON ZEIT UND RAUM UND BEWUSSTSEIN UND SO WEITER UND SO FORT ENTSTEHEN, UND SO MANCHEN BRAVEN VENUS – BEWOHNER ZUM ANALEN BLUTSTURZ BRACHTEN, SO STANDEN, STÜNDEN, UND GESTANDEN HABEN GEHABT UND EINGENKT DES GEDACHTEN VERLACHTEN, LEGE ICH WERT AUF DIE FESTSTELLUNG DES SACHVERHALTES MEINER HALTUNG GEGENÜBER AUSNAHMSLOS ALLEN EULEN – ANBETERN, KINDERSCHÄNDERN, KANNIBALEN UND ALLEN AUSBEUTERN UND ALLEN NICHTZUM TEILEN BEREITEN ZURÜCKGEBLIEBENEN EGOISTISCHEN SELBSTREFERENZIELLEN UND GEWALTTÄTIGEN STINKENDEN DEGENERIERTEN INZÜCHTIGEN IDIOTEN; also möchte und will und bin ich unfassbar stolz, GANZ GENAU WIE GESTERN UND IN JEDER SEKUNDE meiner unumstößlichen und unbeugsamen, an manchen Tagen bis zu 12 Metern langen, dunkelgrünen und wunderschönen Salatgurke der Züchtigung angemessenen Ausdruck verleihen, auf dass man es höre und es widerhalle in den degenerierten, mit unvorstellbar stinkendem, infektiösem und ekelerregenden Dreck verkrusteten, in abartiger Manier verwachsenen Gehörgängen der beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und deren Scheiß – Fußsklaven, ich bin ich selbstverständlich auch weiterhin und ständig und überall und entschieden ohne Ende und erregt bis in die Fußsohlen und eingeseift mit entschärftem Ayahuasca und mit patriotischen Smarties gemäß der kosmischen Verordnung für Farben in separater Reihenfolge der Schwingungswerte beworfen und in die Panade des Zornes, jawohl, in die Panade des Zornes selbst gewickelt, eingehüllt in das Aroma wilder Karotten, mit Kartoffeln beworfen und ausgepeitscht mit lauwarmen grüngelben Kohlblättern von der Loire und erzürnt wie ein Bruder, ein Stiefbruder eines vollkommen runden Gouda – Käses aus dem schönen Holland, ein im kochenden Sud vernachlässigter, so ganz und gar deplazierter, ein zwei Monokel tragender Schinken aus Flandern, so und auf jede andere und somit auch keine bestimmte Art und Weise bin ich dafür, dass man die beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und Fußsklaven vom Planeten Erde alle radikal Preußisch Blau einfärbt und daraufhin ein für allemal abschiebt zu den Außerirdischen Dunklen Mächten, nach deren getrockneter Scheiße und Popel die Sippschaft sowieso hoffnungslos süchtig ist!
Haut rein, good hearts! Haut rein!
!LOVE!
cozyP
Gutenachtgeschichte, irgendwer? Wird besser sein, nach dieser Lektion. Zum Herunterkommen. Ich geh mal los.
Ok. Gefunden. Here we go!
Montag, 21. Juli 2014
Äpfel und Ziegen sageN: Reist mit dem Dalai Lama nach Auschwitz. DerFahfahrian nimmt euch miT!
fahfahrian, 17:52h
[2Welcome2back2] @ www.g-cook.com
„Sir! Sir Fah! War ihnen nicht wohl?“
Ohren und Augen wieder da. Der Rest auch. Ja. Ich kann es fühlen.
Die Stimme, die Fresse kenne ich doch. Oh Mann! Nein! Der Typ mit den Hausgeistern!
Jetzt das wieder!
Ich bin benommen. Was sage ich? Die coole Prol – Version, so auf die Art: „Was liegt an, Meister?“ – nehme ich es eher Casual und frage schlicht: „Was ist geschehen?“ – oder machen wir’s fremdländisch, so als Farbtupfer? Ja, das gefällt mir. Ist noch besser als die vierte Version, toter Mann.
„Fahafel i giddidu machismo tut-tut?“, eine deutliche Frage. Aber irgendwie komme ich von Fah nicht los, fällt mir auf.
„Galunga prodznik ekmek butter klein milkunah!“ erklärt mir der Typ allen Ernstes.
Jetzt sitze ich voll in der Scheisse. Er zeigt beflissen lächelnd auf einen Wandteppich, auf dem ein grüner Hirsch eine goldene Krone trägt. Der Wald ist grell lila. Alles Neon. Warhol? Randy Andy? Hirsch? Irgendwie sollte ich dazu Stellung nehmen. Nur fällt mir nichts ein.
Hirsch – gayrisch. Das könnte gehen.
„Der Hirsch biin iiieh! A Radi unn a Biiehr dös soag I dirr!”
“Oh, each Mulitreiber has his own Kugelschreiber but, we have to realize that unserowner their hot nixx, no nothing at all. I apologize, Sir Fah! I understood you wrong. Thought, you’re using the Multiple – Kaffir – Language – Patterns of East Sambesi!”
Als ob mir das hilft. Dann noch dieser erwartungsvolle Blick, die Butler – Montur. Und der Hirsch sagt auch nichts.
Der Hausgeister – Typ will helfen. Angestrengt nachdenkend formen seine Lippen Worte.
„Sir Fah! Please allow me to tell you in adittion, that we are beware of (nun lächelt er freudig, er hat es geschafft) each suedfrenchzose has something in his house..“
“Yes, yes..” (meine Chance jetzt)”… you’re right, but unserowner their hot nixx! Holdriho! Judeldideldöh!”
“Excellent, real excellent, Sir Fah!”
“Thank you.”
“May I help you with the Uniform?”
“Uniform?”
“Yes Sir Fah! It’s here! If you allow, there is a little bit of a hurry. The other Gauleiters….”
Wie zu erwarten. Nur anders. Braun. Nazi. Nur kein Hakenkreuz. Hirsch mit Krone.
“Thank you. That’s all for the Moment.”
OK. Ich werde das Scheissding anziehen und sehen was passiert. Passt wie angegossen. Nicht mal unbequem die Stiefel. Das komische Lederding quer drüber irritiert mich. Nochmals probieren. Passt rechtsherum besser. Also gut.
Der Hausgeist – Typ taucht wieder auf. Sein Blick sagt mir, es ist OK. Er hält mir die Tür auf. Was bleibt, als sie zu durchschreiten?
Ich tu’s.
Und bin wieder im Zug. Im Waggon. Genau vor meinem Platz.
“Wirklich vorteilhaft, Fah!” Klingt vielversprechend aus dem Munde des Dalai.
„Tres chique!“ Auch der Zitator findet meine Montur toll.
Sie tragen beide den gleichen Kram.
„Mir wird nicht zufällig jemand sagen können, was jetzt war, ist und kommt oder so?“
„Noch genauer kann man auch kaum noch fragen.“
„Genau.“
„Fangt jetzt bitte nicht mit Gayrisch an. Ich hatte gerade eine Unterredung mit einem Butler oder Concierge oder so was...“
„James. James ist das, Fah! Ein sehr netter Mann und hilfsbereit. Die Reise nach Auschwitz ist für mich wirklich kaum mehr vorstellbar ohne James. Kannst du dir vorstellen, dass er älter ist, als ich?“
„Und sprachbegabt. Und darin kenne ich mich wirklich aus, Dalai!“, bekräftigt der Zitator.
„Sagen wir, er versteht überhaupt alles, Fah! Wie denkst du, Zitator?“
„Das kann ich nur bestätigen.“
„Nur, um den Versuch zu unternehmen, ein wenig auf die Reihe zu kriegen: Ich erschoss mich beim Nazi – Schwuchtel – Wettbewerb.“
„Ja.“
„Ja.“
„Dann war ich wieder da und wir hatten gewonnen.“
„Ja.“
„Ja.“
„Daraufhin erhielt ich den Namen „Fah“ und hatte Geburtstag.“
„Ja.“
„Ja.“
„Die Feier begann und wir tanzten.“
„Ja.“
„Ja.“
„Da kamen die Nazis und erschossen mich.“
„Ja.“
„Ja.“
„Ja, jetzt wird es eng, Leute!“
„Nein.“
„Nein.“
„Versuchen wir es von der Seite: Ich starb.“
„Ja.“
„Ja.“
„Jetzt weiss ich nicht weiter.“
„Ja.“
„Ja.“
„Scheisse, da war ich im Gelb und war da schon mal und blickte nicht mehr durch.“
„Ja. Also!“
„Ja. Geht doch!“
„Von dort ging es weiter in das Zimmer mit dem Hirsch.“
„Ja. Zu James.“
„Ja. Zum Umkleiden.“
„Und jetzt bin ich wieder da.“
„Ja.“
„Ja.“
„Und wir fahren nach Auschwitz.“
„Ja.“
„Ja.“
„In Nazi – Uniformen mit Hirsch – Emblem.“
„Ja.“
„Ja.“
„Wozu? Ich meine das Umkleiden, das dauernde Hin und Her? Der Hirsch?“
„Lass mich das sagen, Dalai. Jetzt bin ich klar. Hey Fah, du kennst doch dieses Olivenöl, das ganz teuere, oder?“
„Hmmmh. Schon.“
„Das ist mit uns nicht viel anders. Vorsichtig behandelt, in kleinen, sehr naturnahen Schritten, extrahiert, von allem Schmutz und Trub entfernt, nur so entsteht beste Qualität.“
„Zum Vergasen?“
„Ich sagte dir zu Beginn unserer Reise, dass die nicht alles hereinlassen können, Fah! Erinnerst du dich?“
„Ist ok, Dalai, das weiss ich noch.“
„Denk an die Umweltschutz – Auflagen. Wenn die uns mitsamt unserem ganzen Sondermüll entsorgen müssten, das wäre einfach unmöglich.
Meine ganzen Zitate zum Beispiel..., nicht auszudenken!“
„Ja, das ist ein gutes Beispiel!“
„Ja.“
„Nur das Beste wird vergast?“
Zitator (zum Dalai gewandt) „Jetzt beginnt er zu begreifen. Wird langsam Fah.“
„Ja.“
„Ja.“
„Hat euer dauerndes Gejahe auch etwas zu bedeuten?“
„Ja.“
„Ja.“
„Dürfte ich bitte erfahren Was?“
Der Dalai sieht mich sehr ernst an: „Es sind unsere Gebete.“
„Unsere Gebete für dich, Freund.“ Wärme geht von diesen Worten des Zitators aus.
„Ja.“
„Ja.“
„Es gibt weniger zu verstehen, als ich annehme?“
„Ja.“
„Ja.“
„Es gibt mehr zu verstehen, als ich annehme?“
„Ja.“
„Ja.“
„Gott will unsere Zerstörung?“
„Nein.“
„Nein.“
Aleister legt seine Hände auf meine Schultern. „Nein.“
„Vielleicht willst du mit uns beten, Fah?“, fragt Aleister.
„Ja, das will ich.“
„Ein Gebet, das alles wegnimmt.“ Es ist die Stimme des Dalai, die mich anstösst.
„Schmerzen wegnimmt.“ Und mein Impuls spingt zum Zitator.
„Alle erinnerten“ Von ihm zu Aleister.
„gegenwärtigen“ Zurück zum Dalai.
„zukünftigen“ Zum Zitator.
„möglichen“ In mir.
„Schmerzen.“
Alle gemeinsam uni sono:
„Schmerzen.
Wir haben es gesprochen.“
„Wird es jetzt aufhören?“
Aleister sieht mich an, als wäre ich ein kleines Kind: „So lange du dich ängstigst zu beten, weil die Ergebnisse deiner Gebete nicht deinen Erwartungen entsprechen könnten....“
„Wird es weitergehen?“
„ .....werden die Ergebnisse deiner Gebete die Folgen deiner Ängste sein.“
„Instrumente sind flexibel, Fah! Sie zu verstehen fordert Disziplin und Kraft, Beharrlichkeit und Geduld.“, erklärt der Zitator.
„Wie vielstimmig klingen deine Gebete, Fah?“, fragt der Dalai.
„Viele und farbig.“
Aleister spricht wieder sehr langsam und eindringlich: „Gehört werden sie alle.“
„Erhört werden sie alle.“, ergänzt der Dalai.
„Hier hört sich die innerste Anrufung so leise an, dass sie verschwinden kann im Lärm dieser Welt. Sieh nur mich an. Beobachte mich, Fah. Für alle zu beten, auch das wird zugelassen. Soviele Stimmen, Worte, Anklagen und Schreie es sind. Jedes Zitat, ist es nicht eine Frage auch? – Ist es nicht eine Gott entgegengehaltene Behauptung, die Antworten provoziert? – Ein Gebet? Ist nicht die Summe, das absurde Bild des Zitators, in das du mich fasst, eine Antwort auf die Frage nach der Toleranz Gottes, Fah?“
„Gehört werden sie alle.“
„Erhört werden sie alle.“
„Manchmal glaube ich das; manchmal nicht.“ Ich weiss, dass diese drei Augenpaare nichts von mir verlangen. Sie kommen mir gleich vor, während ich mich umsehe, den Blick wechsle.
Aleister hält mich: „Aus Angst vor der Schlussfolgerung...“
„Der Nichtexistenz Gottes...“, setzt der Zitator fort.
„Des Sieges der Schwärze deiner Kindernächte, Fah!“, vollendet der Dalai.
„Ja, ich wünsche mir, dass es Gott gibt.“
„Manchmal nicht.“, erwidert Aleister.
„Oft nicht. Und daran ist nichts Falsches!“, sagt der Zitator entschieden.
„Wenn du die Vorurteile der Wahrheit vorziehst, Zitator.“ Der Dalai schauspielert, droht mit dem Zeigefinger: „Doch nur für eine Zeit, die deine Zeit des Ausruhens ist, die dir die Chance gibt, inmitten der tiefsten Profanität einmal mehr Gott zu begegnen.“
„Damit auch Fah unsere gemeinsame Sünde begeht.“, meint Aleister spöttelnd.
„Und von der gesagt ist, dass sie nicht verziehen werden kann!“, wettert der Zitator.
„Von der wir wissen, dass Gott sie versteht. Nicht nur als Mittäter. Darüber hinaus als Verursacher der Freiheit und Initiator aller Neugier! Nun, Fah?“
„Wenn Gott ein Kind ist, Dalai....“
„Sein wird....“
„War....“
„Bleibt....“
„Dann kennt er das alles und weiß, dass man nicht dagegen gewinnen kann.
Und lässt den Rest trotzdem zu.“
„Vorwürfe, Fah?“ Meine Schlussfolgerung amüsiert den Dalai.
„Ja, sicher Vorwürfe. Sinnlos, ich weiß. Auch die verlieren an Kraft, je näher ich dahin komme, mich nach der Substanz zu fragen, aus der dieses „ICH“, mein kleines „ich“ entstand. Es kann nur Gott sein. Damit ist alles Recht geklärt. Dann gibt es nichts mehr vorzuwerfen, keine Vorhaltungen. Alles beschränkt sich auf Eigentumsrecht. Als Menschen sind wir gewöhnt, ganz selbstverständlich empört zu reagieren, Streit und Kampf, Kriege zu führen, wenn wir den Eindruck gewinnen, jemand würde unser Eigentum – wie fragwürdig das hier alles auch sein mag – antasten oder unsere Verfügungsgewalt einschränken.“
„Du bist sauer, weil er dich gemacht hat, Fah?“ Ein leichter Schulterstoß des Dalai. Und noch einer.
„Ja, Volltreffer.“
Aleister versteht mich besser: „Hätte nicht sein müssen, oder?“
„Die Welt wäre ganz gut ohne mich ausgekommen, ist meine Meinung.“
Aleister hält sich da neutral: „Deine Meinung.“
„Alles, was ich habe, Aleister.“
„Wirklich?“
„Streng genommen nicht einmal das. Die Milch der Kuh des Bauern gehört doch dem Bauer. So also meine Meinungen, Gedanken, Empfindungen, alles einfach Gott.“
Aleister verzieht empört das Gesicht: „Da bleibt nichts!“
Der Dalai wird noch konkreter: „Nicht einmal Null ohne Zeichen.“
„Die Schwärze von Kindernächten. Die erlebte ich anders; und weiter abseits.“, unterbricht der Zitator. „Näher an Gott. Ja, für mich war es näher. Mit weniger Körper, weniger Schmerzen, hättest du, Fah, vielleicht auch eine Chance gehabt, das schneller zu bekommen. War es nicht kalt? Schrecklich kalt? War es nicht dunkel? Dunkler als Schwarz? Erinnerst du wirklich einen Sternenhimmel, wie du meinst? War die Schwärze durch irgendetwas unterbrochen?“
„Mein Wollen, Zitator.“
„Also bemalt, retuschiert, verfälscht, wie wir das alle tun. Was dahinter?“
„Nichts. Nur NIE MEHR etwas.“
„Genau.“
„Was meinst du jetzt, Zitator? Ist das die gayrische Verarsche, oder...“
„Die größte Nähe, Fah! Die Anwesenheit Gottes. Übersetz’ doch einer für mich! Hey, Dalai!“
„In der Sprache deiner letzten Zeit würde man Worte wie Repräsentation eines überforderten Speichers, eines Datenverarbeitungssystems im Zustand des Overloads benutzen und damit eher zufällige Erscheinungsformen einer überforderten Systems meinen. Verrückte Dinge geschehen, wenn du eine Maschine aus Menschenhand mit großen Datenmengen fütterst, wenn du sie mit Sachverhalten konfrontierst, die sie zwar nicht zu verstehen, nicht zu lösen imstande ist, die sie aber aufnehmen muss. Flackernde Monitore, Fehlermeldungen, die niemand zu deuten weiß, rauchende Kabelstränge, Totalausfall, sogar physische Zerstörung wäre möglich. Das kennst du, Fah!
Doch überträgst du es lediglich auf die Welt der Maschinen aus Menschenhand. Betrachtest du deinen Körper insgesamt als eine Art von Maschine, wird dir bewusster, dass es Grenzen der Aufnahmefähigkeit gibt, die du zwar überschreiten kannst, jedoch nicht solltest. Keinesfalls ohne Vorbereitung, die du nicht hattest zu dieser Zeit.
Scheint es dir zuviel verlangt, nun, Jahrzehnte später, Verständnis anzunehmen?“
„Tut mir leid, Dalai, dann verstehe immer noch nicht warum das geschah.“
„Ich biete dir eine Interpretation an. EINE INTERPRETATION, Fah!
Um heute zurückzutauschen. Die Vorurteile, die du als Menschenkind brauchtest zum Überleben, gegen die Wahrheit, die du als Fah genießt, um vergast zu werden.“
„Ist Gottes Nähe also kalt und schwarz und nichts und nie mehr etwas?“
Aleister antwortet: „In Abhängigkeit von Standpunkt und Definition des Beobachters. Das Wort Beobachter ist nicht so beliebt bei den Herren hier.“ Aleister zieht die Augenbrauen hoch und schickt kurze, blitzende Blicke hin zu Zitator und Dalai. Dann fährt er fort: „Des Anbetenden, wenn ihr so wollt. Des Anrufenden schlage ich als eine gemeinsame Formel für den Augenblick vor. Ich sehe mich Gott ausgesetzt in einer Dusche aus Formen und Farben, Temperaturen, wie Wasserstrahlen von allen Seiten, mit den verschiedensten Stärken, Beweglichkeit und Starrheit, Hitze, Kälte, Feuer und Honig, Säure und Eis.
Unmöglich, eine der Erscheinungsformen zu ergründen, kann ich mich doch konzentrieren und isolieren, eine Zeitspanne dort verbringen, wo ich gerade zu sein wünsche. Sogar Vergessen gelingt mir. Umso mehr ich Widersprüche loslasse; Wahrheit zulasse. Doch davon verstehst du mehr als ich, Fah.
Vom Vergessen.“
„ Das hilft mir echt viel, Aleister, weil ich offenbar so gut darin bin, selbst das Vergessen zu vergessen.“
„Das ist ein Königsweg. Allerdings.“
„Unbestritten, soweit stimme ich zu, Aleister.“ Die Miene des Dalai ist ernst.
„Nicht der Schönste, wenn ihr mich fragt.“, steuert der Zitator stirnrunzelnd bei.
„Toll, Dankeschön auch. Wirklich informativ, dass ich jetzt weiß, dass ich mein Vergessen vergesse und damit so ziemlich alles.“
„Herr Dalai, entschuldigen sie die Störung. Welcher der Herren geht nun zu James? Die Zepter wären poliert und abholbereit.“
„Das hätten wir nun fast alle vergessen. Passt gut zum Thema. Danke, Marie!“
„Gerne.“ Auf den Schrubber gestützt schaut sie uns fragend an. Putzfrau? Trümmerfrau? Wie in den alten Filmen. Wieder ein Blecheimer. Grauer Putzlappen, Kittelschürze mit ausgewaschenem Blumenmuster oder Gemüsedekor, Geschirrhandtuch am Kopf, oder, wie heißt das, ja, Kopftuch. Sieht aber aus wie ein Geschirrtuch. Auch ausgewaschen. Oder wie diese Jeans, die von Anfang an ganz bequem und weich sind. „Stone – washed“
stand drauf auf den Schildern. Die trugen sich wesentlich besser als die Anderen. Waren auch teuer. Muss lange her sein.
Alles in Zweifel ziehen. Jeden Augenblick könnte es losgehen. Zwei – drei Schwünge, das Kittelkleids aufgerissen und Titten wie Mellonen Sternaufkleber über den Brustwarzen, ein Strip....
„Was starrst du so, Fah?“
„Entschuldigung. Verzeihen sie.“
„Was ist jetzt? Wenn ihr meint, ich trage euch alles hinterher, habt ihr euch geschnitten!“
Aleister zeigt auf mich: „Fah sollte gehen!“
„Gut, dann ist das geklärt“, sagt sie. „Und der Rest von euch macht sich ab ins Bistro, bis ich geputzt habe und alles trocken ist, verstanden?“
„Äh, verzeihen sie, Marie.“
Sie dreht sich um. Schaut mir in die Augen. „Was?“
„Wie komme ich zu James?“
„Hä?“
„Bitte.“
„Rückwärts. Na rückwärts! Wie sonst!“
Wow! Nimm dich in acht vor den Kampfmaschinen! Wie Marie das sagt, ist das logisch.
Zu James geht es rückwärts. Das einzige Rückwärts, das mir einfällt, ist rückwärts zu gehen. Besser ich tu’ das sofort.
Die anderen Drei sind schon verschwunden. Ich sehe nichts mehr von ihnen. Marie muss schon eine ziemliche Macht sein, wenn die so gehorsam sind.
Ab Marsch rückwärts also. Ohne Tritt, oder wie das heisst.
„Was zum Geier denkst du eigentlich, was du da tust, Fah!“, fährt Marie mich an.
„Ich gehe rückwärts zu James. Wie sie es mir sagten!“
„Im Handstand natürlich!“
„Schisse, das kann ich nicht!“
„Und ob du...“
Rekordverdächtig, wie ich auf meine Hände komme und rückwärts trabe. Befehlsmodus samt Autopilot. Schuldig fühle ich mich auch noch. Ich hätte es wissen sollen. Wie hätte ich das wissen können? Ich bin nicht ganz dicht. Nichts ist ganz dicht. Alles fließt. Aleisters Dusche. Ewiges Fließen im Strom.... Aha! Bald bin ich soweit. Ich mache bei der nächsten Esoterik – Messe mit und habe meinen eigenen Stand. „Duschen sie ewig! – Und das jeden Tag! – In nur drei Minuten! – Der ideale Stress – Releaser für
alle! – Jungend, Gesundheit und Schönheit, im Einklang mit universeller Harmonie!“
Auf dem Großmarkt kaufe ich die Reste der Mangos auf, die älteren, reiferen Exemplare, die lege ich dann auf meinen Tisch. Gelbe Aufkleber müssen her, „MoN“ muss darauf geduckt sein, die Herkunft anzeigend „Middle of Nowhere“. Und ein Beipack, eine Gebrauchsanweisung. Kurz und bündig. „Nehmen sie ihr persönliches „MoN“ und tun sie nichts weiter, bis der selbstständig ablaufende Prozess vollständig beendet ist. Unerwünschte, nein; irgendwelche Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Jedes unserer „MoN“ ist bis zu seiner vollständigen Auflösung beliebig oft verwendbar.“
„Sir? Sir!“
„Ja“
„Wenn sie erlauben, würde ich gerne die Stellung wechseln. So gesundheitsfördernd Kundalini gemeinhin auch sein mag, in meinem Alter...“
„Verzeihen sie mir, James. Ich bin noch immer etwas benommen von der Reise.“
„Wir sehen uns an, noch immer im Handstand. Seine Frisur hält perfekt. Anti-Grav-Taft?”
“Nun, Sir?”
“Bitte stehen sie bequem!”, dass mir auch nichts einfällt, als dieser Nazi – Jargon.
Ich komme unsanft herunter, mache einen Fußfehler, muss über den zweiten Aufschlag und lande auf meinem Arsch. James will mir aufhelfen.
„Danke ihnen, aber es geht schon.“
„Ich freue mich ausgesprochen, sie so bald wiederzusehen, Sir Fah, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf!“
„Sie sind zu freundlich, James! Und bitte nennen sie mich nicht ‚Sir’. Das passt nicht zu mir!“
„Wie der Earl of Rumor zu sagen pflegte: ‚Scheisse bleibt Scheisse, ob wir sie Pralinen nennen oder nicht. Fressen mag sie keiner!’, Sir!“
„Wenn es so `rum läuft, bin ich einverstanden.“
„Das war nie anders, Sir! Nicht, dass ich wüsste.“
„Eine Frau, Marie, glaube ich, schickte mich hierher. Zepter holen.“
„Miss Pussydings hatte die Freundlichkeit, ihnen zu übermitteln, dass Lawrence seine Arbeit vollendete!“
„Ehrlich, James, das ist mir alles recht. Pussydings besonders. Ich ahnte so was. Lawrence auch noch. Ah! Der von Arabien vielleicht?“
„Nein, Sir Fah, aber nein! Lawrence C. Rain, der Major Domus unserer Hausgeister!“
„Alles klar, James! Sagen sie mir einfach nur, was ich zu tun habe. Bitte!“
„Wie sie wünschen, Sir Fah. Begeben sie sich bitte in die Bibliothek, wo sie auf dem Schreibtisch die soeben polierten Zepter finden werden. Durch die hinter dem Schreibtisch gelegene Geheimtür gelangen sie wieder zurück in ihren Waggon.
Wenn es ihnen nicht zu viel Mühe macht, grüßen sie doch die Herren ihrer Runde von mir. Ich will mein Bestes tun, dem Dali Lama, Mega Therion und dem Zitator neue Räume vorzubereiten für den nächsten Halt. Ihnen, Sir Fah, selbstverständlich auch, wenn sie gestatten.“
„Mache ich gerne. Ich danke ihnen, James. Das sind die besten Anweisungen bis jetzt. Kann ich sonst irgendetwas für sie tun? Sie waren immer sehr freundlich zu mir und ich fürchte, ich bin bei meinem ersten Auftauchen hier sauisch ausgeflippt.“
„Nicht der Rede wert, Sir Fah! Immerhin legten sie ihre ausgesprochene Neigung zum Pfählen der Hausmädchen und die Auftritte als Elvis – Imitator ab. Der Herr des Hauses äußerte größte Zufriedenheit mit ihrer Entwicklung, wenn ich das anfügen darf“
„Ich glaube, das will ich jetzt lieber nicht wissen, James. Bitte seien sie mir nicht böse.
In letzter Zeit, - wenn ich das Wort schon sage wird mir schwindelig – erzählt mir Jeder soviel, was ich schon erlebt haben soll, was ich erinnern müsste, macht Andeutungen, die ich nicht verstehen kann.... Im Moment geht nicht noch mehr. Sie sind nett, James. Sie scheinen freundlich und behandeln mich gut. Und das macht sie sehr gefährlich für mich jetzt.
Suggestibel bin ich geworden. Umgeben von Persönlichkeiten, von denen ich trotz allem Bizarren, was an Geschehen angeboten wird, einfach immer wieder annehme, dass sie etwas wüssten. Ich verstehe es nicht. Bin nur noch am Handeln. Bilde ich mir ein. Im Hintergrund aber, irgendwo im Hirn, sofern ich eines habe, denn auch das steht für mich in Frage, ist permanent Höchstleistung gegeben, weil ich es nicht lassen kann, zu versuchen zu verstehen. Verstehen sie das, James?“
„Gerne würde ich ihnen antworten, Sir Fah. Doch beeinträchtigte ich damit den Verlauf ihrer Heilung. Da sie nun soweit gelangten, man ihnen die Zepter anvertraut, ist mir ein Hinweis erlaubt; bin ich mir der Zustimmung des Herrn des Hauses sicher, ihnen Geduld zu empfehlen auf der Wanderung. Ein schmaler Grat aus Eis könnte schneiden wie zerbrechen, liess man mich einmal wissen, vor langer Zeit. Obwohl ich das nicht aus persönlicher Erfahrung kenne, scheint es mir schlüssig.“
„Bleibt nicht immer ein „es“, James?“
„So lange wir sprechen, Sir Fah!“
„James, werden wir je schweigen?“
„Wenn wir es wirklich wollen, wird es so sein.“
„ ‘Es’, James, ‚Es’!“
„Kontaminiert, ein sich ausbreitendes Virus, auch Erleben, anderenorts Lernen genannt, Sir Fah. Von nun an weitergehend, es gäbe nur noch den Kreis Schließendes, an Ausdruck Gekettetes, immer gültiges ‚Es’, das nur im Stillstand allen Seins enden könnte.“
„Bleibt nicht immer ein ‚es’, James?“
„So lange wir sprechen, Sir Fah!“
„Ich sollte jetzt gehen. Danke, James!“
„Danke, Sir.“
„Noch eines James.“
„Sir?“
„Frankenfurter, sagt ihnen das etwas?“
„Schmackhafte Würstchen aus Peitsch schland.“
„Der Herr des Hauses heißt nicht zufällig so?“
„Ihr Humor ist ihnen geblieben, Sir, Fah!“
„Das ist keine Antwort. Wenn man das Gefühl hat, total kirre zu werden, kann doch noch das Bemühen da sein, ein wenig Ordnung in die einzelnen Episoden zu bringen, verstehen sie? Deswegen frage ich, James!“
„Ihre Liebe zu Musik und Film, Sir. Ganz offensichtlich erinnert sie unser Haus hier an den Schauplatz eines dieser neueren Werke. Wir werden über das Interieur nachdenken. Nun, nein. Eindeutig nein, Sir Fah, um ihre Frage klar und eindeutig zu beantworten.“
„Dann nochmals danke, James. Und bauen sie nicht um wegen mir. Es war nur so eine Idee. Danke, und machen sie es gut.“
„Die Tür rechts, Sir Fah!“
„Danke, James. Bis irgendwann.“
„Wie sie meinen. Sehr wohl, Sir.“
Bibliothek. Regale überall bis zur Decke. Keine Bücher. Nirgends. Nein, doch. Da, auf dem Schreibtisch eines. Prägebuchstaben, geschwungene Schrift, nicht größer als ein Taschenbuch. „Die Wahrheit“.
Ledereinband, die Lettern in alt aussehendem Gold.
Sicher. Iowas fehlte noch.
Eine Bibliothek. Mit ohne Bücher. Das Eine ausgenommen. Daneben, hübsch aufgefächert, vier Zuckerstangen, rot – weiß, in Plastikfolie, mit roten Schleifchen.
Nichts sonst vorhanden, also sind das wohl die Zepter.
Wen wundert noch irgendwas. Und: Wer fragt das wen?
Welchen Sinn hat das Buch? Versuchung? Hinweis?
Bei Computerspielen kriegt man das heraus.
Der zweite Blick macht es interessanter. Wer war das gleich; wer hat uns unsere Synästhesien sämtlich verziehen?
Kinderrätsel in der Zeitungsbeilage. Im zweiten Bild sind soundsoviel Unterschiede.
Ja.
Die roten Schleifen, die zuvor dem nicht vorhandenen und daher möglicherweise unsichtbaren Schreibtischsessel zugewandt am unteren Ende der Zuckerstangen waren, befinden sich nun an deren oberem Ende. Sonst sind sie gleich.
Eines gefunden. Hurra! Schwerter hoch und unbewaffnete Zulus abschlachten...
Weiter.
Zwei der Zuckerstangen stecken in dem Buch. Insofern wäre die erste Aussage zu revidieren. Nicht gänzlich, denn man hat sie so drapiert, dass sie oben, mir zugewandt, der ich vor dem Schreibtisch stehe, herausschauen. Und damit die roten Schleifchen teilweise auch.
Zwei gefunden. Hurra – hurra! „Am Ende dieses Seminars, meine sehr verehrten Damen und Herren, werden sie nicht nur die Geldscheine auf den ihnen begegnenden Personen sehen, sondern sie werden auch hören, wie man sie darum anfleht, sie von der Last zu befreien!“
Was es nicht alles gibt.
Na ja. Viel zu tun gibt es hier nicht. Nicht für mich. Ich bin ein Mann mit einem Auftrag. Die Zepter soll ich holen.
Nochmals umschauen nützt mir nichts. Keine Veränderungen mehr. Immer noch nur Holz und diese Atmosphäre, die Chippendale blass aussehen lässt.
Inventar. Inventare. Körperliche Bestandsaufnahme.
Getäfelt. Holz überall. Sogar am Boden. Teppiche sind keine Zepter. Eindeutig nein.
Schreibtisch oberflächlich betrachtet leer außerhalb der gefundenen Objekte.
Aha!
Ein Schreibtisch hat Fächer, Türen, Schubladen und all sowas. Wäre einen Blick wert.
„Sir, wenn ich sie darauf hinweisen darf, dass der Herr des Hauses alles Notwendige für sie bereitlegte!“; die vertraute Stimme meines hier allgegenwärtigen Freundes James.
„Danke, James!“
Nein, ich drehe mich nicht um auf dem halben Weg um dieses Monstrum von Schreibtisch herum. James hat ja geredet. Also ist er da. Ist das nicht ein guter Anfang, geistige Gesundheit zu entwickeln? – Seinen externalen Wahrnehmungen zu vertrauen und sie nicht mehr dauernd zu überprüfen? Dieses ständige Nachschauen, ob etwas auch da ist oder nicht macht einem doch total irre!
Ich kriege die Kurve, trete hinter den Schreibtisch und sehe James nicht.
Die letzten 5 Millimeter der sich hinter ihm schließenden Tür. Hurra!
Oder bilde ich mir das nur ein? Aufhören damit! Schluss! Und zwar jetzt!
„Die Wahrheit“ prangt auf dem Ding, diesem lächerlichen Paperback mit Ledereinband.
Und los geht’s schon mit Meta – Wägungen. Den Mist muss ich auch noch loswerden. Dringend. Andererseits passt das Bild. Kongruent zu meinem Weltbild. Oder genauso krank. Außen hui, innen pfui! – Warum sollte das mit der Wahrheit nicht auch so sein?
Moment, Augenblick mal.... Weltbild? – Sich selbst konstituierende Realität? Highway to Schizo?
Genug jetzt. Teilen wir es auf. Solange ein anderer Teilnehmer am jeweiligen Ort ist, der die gleiche Realität mit mir teilt, ist eine sehr hilfreiche Vereinfachung möglich: Entweder der oder die Teilnehmer sind gleichfalls Halluzinationen, oder diese Wahrnehmungen konstituieren eine Realität.
Für mich passt der letztere Schluss. Schlüssig genug.
Die Zuordnung sich stapelnder, nebeneinander laufender oder ineinander verschlungener Realitäten überlasse ich Anderen. Wem? Ist mir ehrlich gleichgültig.
Ich bin jetzt der Mann mit dem Auftrag. Vorhanden sind außerdem die Zuckerstangen und das Buch der Wahrheit; mit der Aufschrift „Die Wahrheit“, um genau zu sein. Das sollte ausreichen.
Neugierig bin ich schon. Was steht da drin? Ist es leer? Das ist meine größte Vermutung.
Wenn ich die beiden Zuckerstangen einfach herausziehen würde, könnte ich nichts erkennen, würde es nie erfahren; mich wahrscheinlich aber immer wieder fragen, was da jetzt enthalten war.
Mut? Zu was? Mutig die Kenntnis der Wahrheit abzulehnen? Mutig genug, eine weitere Interpretation bereits an der Aufschrift zu erkennen und daher zurückzuweisen? – Ihr den Stempel „redundant“ zu verpassen und ab dafür? Mutiger darin, die Weltsicht eines Anderen kennenzulernen, der immerhin so weit ging, diese als „Die Wahrheit“ zu bezeichnen? Gestörte gab es zu allen Zeiten, überall. Keine Frage.
DEN Mut zu haben, einfach hinzusehen und mir nichts dabei zu denken?
Speziell die Psychos, Irrenärzte, Psychologen und Psychiater, früher auch Nervenärzte genannt, veröffentlichen so viel. Mein Fehler in diesem Zusammenhang war der, Einiges davon zu lesen. Jetzt darf sich das Kollektive Unbewusste im Freudschen Fickrausch einer Gestalttherapie unterziehen, während der Therapeut selbst in einer Somnabulistischen Trance eine Hirnhälfte dem großen Milton H. Ericsson und die andere Hemisphäre einem stark sedierten und eindeutig 100 Jahre toten Hopi – Indianer, der sich für Benito Mussolini hält, überlässt.
Nachdem das zu nichts führt, zieht man der Sicherheit halber doch Paracelsus und Agrippa von Nettesheim hinzu, die Feldenkrais mitbringen, damit das Ganze auf gesunden Füssen steht.
Man hält ein ordentliches Tamtam ab, die Jungs und Mädels von der modernistischen New – Age – Fraktion tanzen händchenhaltend gemessenen Schritts den Schutzkreis herum, während die Alten sich am Feuer in der Mitte wärmen und einander verschmitzte Blicke zuwerfen, wie Lausbuben.
Eigentlich mag ich die Gang doch.
Der am Weitesten therapierte Therapeut wird einstimmig zum Sprecher erhoben und teilt mir das Urteil mit: „Was soll es?“
Ich stimme in das Lachen ein und möchte am Liebsten mitfeiern. Da drin geht es jetzt richtig los.
Man rät mir ab. Meine Zeit würde kommen. Außen. Außen vor Allem, wie man mir versichert. Hat gut lachen, der alte Knochen, der sich gerade ein geiles Stück Arsch aus dem Kreis der Tanzenden geschnappt hat. Katatonie, meint er, die sehenswerten Titten begutachtend, wäre eine sehr armselige Wahlmöglichkeit. Und leider die zwingende Konsequenz meines Rückzuges zu ihnen.
Nicht, dass ich nicht willkommen wäre in mir..... Wieherndes Gelächter.
Sie haben ja so recht.
„Was soll es!“ wiederholend schlage ich das Buch einfach auf.
Und es ist gut.
So einfach wie die drei Schritte bis dahin, wo die getäfelte Wand sein sollte, die mich entlässt auf meinen Sitzplatz, direkt neben dem Dalai Lama, im Zug nach Auschwitz.
Und eines noch. Auch heute. Selbst nach dieser Länge und diesem Inhalt.
Und ihr wisst, ihr faulen Weißbrote, ihr Weichlinge und Simulanten – Ärsche, dass ich in dieser Sache keine Ruhe gebe! Niemals!
Also, zieht euch mein Palaver rein und lasst mich euch die Leviten lesen täglich, oder kommt endlich auf die Füße und erhebt eure Ärsche, ihr Weicheier!
Hier also nun, zum wiederholten Mal meine Bitte! Bitte – bitte – bitte !
Ein persönliches, sozusagen „cozyP-Anliegen“: Wenn ihr die Mittel nicht habt, jemand essen zu geben und/oder euch nicht traut, es euch zu komisch vorkommt und so weiter und so fort…, dann macht bitte folgendes:
· Bewegt euren Arsch zum nächsten Hospiz, Krankenhaus, Senioren- oder Kinderheim
· Bleibt in der Nähe des Gebäudes/ der Gebäude
· Steht aufrecht, atmet tief ein und aus
· Öffnet eure Handflächen und strahlt heilende und erneuernde Energie zu den Menschen dort
· Macht das 9 Atemzyklen lang
· Bewegt euren Arsch zum Ort eurer Wahl
· Verrichtet dort das Tun eurer Wahl
Ihr werdet überrascht sein, wie gut es euch geht und wie sich euer Körper freut!
Die Verleugnung des Lichts zerreißt den Körper. Man tut sich Unglaubliches an, indem man sich dazu entscheidet, in dieser Welt absurder Halluzinationen zu leben!
Entschließt euch, eure Natur als tanzender Lichtpunkt nicht nur zu akzeptieren, sondern ihrer fühlbar gewahr zu werden; es wird einer der besten Entschlüsse eures Seins sein!
Wir sind nur Reflexe, nur tanzende Lichtpunkte auf einer gegebenen Struktur, der Textur des Seins.
Und dann noch das, an was Suzuki und ich euch gerne erinnern (und immer-immer-wieder, solange es die Vorderzähne aushalten, natürlich):
Genießt das Sein, good hearts, genießt es, mahnt auch Suzuki. Einen sehr sinnlichen, so extrem genussfähigen, grob stofflichen Körper zu haben, das kommt in Wahrheit nicht so oft vor, wie man sich das denken und wünschen würde, merken wir an dieser Stelle an! - Also nehmt die Gelegenheiten wahr! Es gibt derer unendlich viele an jedem Tag; solange ihr noch einen Arsch aus Fleisch und Blut habt!
Ich wünsche euch, wir wünschen euch, also La Madre, Suzuki, Fathers Father, die Ungenannten, der Alte Meister ANZ, die Süßesten der Süßen, S., und natürlich die Beste Ehefrau von Allen, JJ & cozyP wie immer, wir wünschen euch jetzt einen multiplen Orgasmus im Hirn und dem Geschlecht nach dem anderen, und eine schöne und glücklich machende Überraschung nach der anderen, und denkt daran:
Alles wird besser als nur gut - es wird phantastisch! Zieht euch das rein und genießt diese einmalige – und, da dürft ihr sicher sein – Honigtau – feuchte Woche…., also leckt gut, good hearts! Wir wünschen euch allen einen wundervollen, traumhaft schönen Moment nach dem anderen, mit allem, was euch Spaß macht, ihr coolen, lässigen good hearts!
Schlaft gut und träumt süß, ihr Mächte und Gewalten, ihr Saat des Himmels, die ihr wahrhaftig seid! CU, ihr lieben good hearts!
Bis die Tage!
!LOVE!
cozyP
Mir geht es momentan damit, mit meiner Aufwachphase, nicht so sehr gut, good hearts, ihr Lieben. Das liegt daran, dass ich immer noch den Überblick verliere…, ok dazu muss ich weiter ausholen. Ok. Wird gemacht. Ist wichtig. Wenn ihr soweit seid, an diesem Punkt, ist es für euch dann vielleicht nicht so ein verdammt mulmiges Gefühl wie für mich; hoffe ich jedenfalls.
Es geht darum, wie ich von den Identitätsspuren, auf die ich in der Nacht wechsle, wieder zurückkehre. Ich wechsele nahezu jede Nacht häufig die Identitätsspuren, was Training ist, wie man mir erklärt. Während dieser längeren Aufenthaltsperioden klappt auch alles recht gut und ich komme auch mit den Wechseln recht gut klar.
Nur, wenn es an das Aufwachen geht, um den Wechsel, das Herantasten an diese, uns gemeinsame Identitätsspur, beginnen meine Problemchen. In diesem State of Mind ist es so, dass ich ungeheuer viel mehr Beweglichkeit habe als sonst und so leicht, wie man es von dem Kurier Eligio und Juan Tuma sagte, zwischen den Identitätsspuren hin und her flippe, ja, flippe, wie eine Kugel im Flipper – Kasten! Es geht mir alles zu schnell, viel zu schnell und ich habe keine Möglichkeit, gedanklich, fühlend oder in sonst irgendwelchen Systemen oder Kategorien, die mir in diesem Zwischenzustand zugänglich sind, Kontrolle, oder wenigstens Orientierung zu erlangen. Das führt zu Panik. Mir geht mein verweichlichter Fettarsch auf Grundeis, aber wie! – Macht euch also nichts daraus, good hearts, ihr Lieben, wenn ihr euch bei dieser Übung ins Höschen scheißt!
Das musste gesagt werden. Gut so.
Sonst alles klar.
Erträgliche Schmerzen heute. Das verdammte Genick.
Gestern Abend das gleiche Lied.
„Tolerierbar Tolerabel“, so nennen wir das.
Tolerierbar…. Tolerabel…. Gutes Stichwort. Wir wollten uns heute einen besonderen Kunstgenuss gönnen und den länger schon aufgezeichneten, preisgekrönten „Faust“ eines Russen anschauen. Gute Absicht, oder?
Dass uns in der ersten Aufnahme, dem ersten Scheiß – Bild dieses üblen Machwerks ein grauer und toter Schwanz, der Penis einer Leiche dargeboten wird, konnten wir nicht ahnen! Gleichermaßen verhielt es sich mit dem darauffolgenden Ausweiden, dem Ausnehmen der Leiche durch Faust, die uns weitere ekelhaft Details der Physis des geschunden Mannes im Übermaß bot… Was sagt man? Was sagt man dazu? – Und es ging genauso weiter; beim Ausschalten war gerade eine Vaginaluntersuchung zu sehen… Fuck!
In der weiterhin guten Hoffnung, etwas erheitert zu werden wenigstens, starteten wir unseren zweiten Versuch und einen Weihnachtsfilm, in dessen Anfangsszene ein betrunkener Weihnachtsmann die traurige Geschichte seiner Weichei – Kindheit (um die sich meine Frau und ich beispielsweise im Tausch für die unsrigen geprügelt hätten) beklagte und anschließend ebenso herzergreifend kotzte…
Ende des zweiten Versuches.
Ist denn die ganze verdammte Welt verrückt geworden?
Nein, sie ist nur so, wie sie ist, eh klar! – Wenn ich mir jemals über die Natur dieser ekelerregenden Identitätsspur nicht absolut klar war, so füllte das heute die letzten Lücken und das Fass lief nicht nur über, sondern es explodierte, weil alles aus Nitro war.., und BUMM!
Ein mehr oder minder zufällig du im Gehen aufgenommener Österreicher, ein Kabarettist, rettete uns dann doch noch mit seinem frechen, bizarren und teilweise wirklich feinsinnigen Humor der besonderen, eben österreichischen Art. Hader heißt der Mann und Josef auch noch, glaube ich.
Nun, dies war das Protokoll der Ereignisse dieses Tages. Nicht ganz. Nicht vollständig?
Ja, aber der Rest geht euch einfach nichts an, good hearts, denn da ginge es um K+, wie wir früher in der Psychoszene gute Kinästhetik nannten, also Sinnlichkeit, Erotik, Sex auch und Bewegung…, ihr kennt das, wie wir hoffen…
Cooler Tag. Beschissene Darbietungen. So unser Resümee.
Scheiße ist Scheiße, auch wenn man Pralinen dazu sagt, das erwähnte Suzuki vor längerer Zeit anlässlich einer seiner Unterweisungen, wobei er auf das Wesen dieser, der uns momentan gemeinsamen Identitätsspur zielte. Heute fühle ich mich darauf zurückgeworfen wie selten.
Die widerlichen Herrscher dieser pervertierten Welt unseres Hier und Heute, sie belohnen Abscheulichkeit und Verderbtes mit Kunstpreisen und nennen es Kultur und geistreich! Diese verdammten Eulen – Anbeter sind dermaßen zum Kotzen!
Manchmal, wenn es mir besser geht, ich einigermaßen schmerzfrei bin oder es gerade noch tolerierbar tolerabel ist, neige ich dazu, und ich glaube, diese Tendenz ist gar nicht so selten, neige auch ich also dazu zu verdrängen, dass wir es mit verdammten Geisteskranken Kinderschändern und Kannibalen zu tun haben, die hier absolut herrschen. Ich denke, dies Ausweichen ist verzeihlich, denn, Baby, wer und was du auch immer bist, du kannst so erleuchtet sein, wie du nur willst, das dauernde Bewusstsein der Monstrosität dieser ständigen und unaufhörlichen Verbrechen hältst du einfach nicht aus!
Und wenn du nichts weißt, dann gibt es diese Worte zum Beispiel: “Cremation of Care” und “Dark Secrets: Inside Bohemian Grove” und so weiter und so fort…, oder das „Zeugensterben“ im Falle Marc Dutroux und so weiter und so fort…
Heute stießen wir einfach einmal mehr auf die bestialischen Blüten, die hier und jetzt ihr Unwesen treiben, gefördert und behütet von Verrückten, die Eulen anbeten und ihre Unkultur des Kannibalismus pflegen!
Da ich an dieser Stelle einfach eine Scheiß – Wut und keine Wahl habe, bin ich gezwungen, mich abermals zu wiederholen; und ich sagte es euch ständig, Tag für Tag! – Es ist nur und ausschließlich und alleine mit Humor zu ertragen, denkt an Don Genaro und das Schweinchen, das Gott – sei – Dank noch nicht geschlachtet wurde.. Dann stimmt ein, wenn ihr Lust habt:
AUSSERDEM UND IN ERGÄNZUNG ZU ALLEM IM MULTIVERSUM JEMALS GESAGTEN, GESAGT HABEN, SAGEN, GESAGT WERDEN, ZU SAGEN GEHABT HABEN UND SO WEITER UND SO FORT ÜBER ALLE SCHEINBAREN SPRACHBARRIEREN, LINGUISTISCHEN UNZULÄNGLICHKEITEN UND UNVERSCHÄMTEN WIDERSPRÜCHLICHKEITEN, DIE AUS DER ÜBERAUS ANMASSENDEN UND EKEL ERREGENDEN ANNAHME DER EXISTENZ VON ZEIT UND RAUM UND BEWUSSTSEIN UND SO WEITER UND SO FORT ENTSTEHEN, UND SO MANCHEN BRAVEN VENUS – BEWOHNER ZUM ANALEN BLUTSTURZ BRACHTEN, SO STANDEN, STÜNDEN, UND GESTANDEN HABEN GEHABT UND EINGENKT DES GEDACHTEN VERLACHTEN, LEGE ICH WERT AUF DIE FESTSTELLUNG DES SACHVERHALTES MEINER HALTUNG GEGENÜBER AUSNAHMSLOS ALLEN EULEN – ANBETERN, KINDERSCHÄNDERN, KANNIBALEN UND ALLEN AUSBEUTERN UND ALLEN NICHTZUM TEILEN BEREITEN ZURÜCKGEBLIEBENEN EGOISTISCHEN SELBSTREFERENZIELLEN UND GEWALTTÄTIGEN STINKENDEN DEGENERIERTEN INZÜCHTIGEN IDIOTEN; also möchte und will und bin ich unfassbar stolz, GANZ GENAU WIE GESTERN UND IN JEDER SEKUNDE meiner unumstößlichen und unbeugsamen, an manchen Tagen bis zu 12 Metern langen, dunkelgrünen und wunderschönen Salatgurke der Züchtigung angemessenen Ausdruck verleihen, auf dass man es höre und es widerhalle in den degenerierten, mit unvorstellbar stinkendem, infektiösem und ekelerregenden Dreck verkrusteten, in abartiger Manier verwachsenen Gehörgängen der beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und deren Scheiß – Fußsklaven, ich bin ich selbstverständlich auch weiterhin und ständig und überall und entschieden ohne Ende und erregt bis in die Fußsohlen und eingeseift mit entschärftem Ayahuasca und mit patriotischen Smarties gemäß der kosmischen Verordnung für Farben in separater Reihenfolge der Schwingungswerte beworfen und in die Panade des Zornes, jawohl, in die Panade des Zornes selbst gewickelt, eingehüllt in das Aroma wilder Karotten, mit Kartoffeln beworfen und ausgepeitscht mit lauwarmen grüngelben Kohlblättern von der Loire und erzürnt wie ein Bruder, ein Stiefbruder eines vollkommen runden Gouda – Käses aus dem schönen Holland, ein im kochenden Sud vernachlässigter, so ganz und gar deplazierter, ein zwei Monokel tragender Schinken aus Flandern, so und auf jede andere und somit auch keine bestimmte Art und Weise bin ich dafür, dass man die beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und Fußsklaven vom Planeten Erde alle radikal Preußisch Blau einfärbt und daraufhin ein für allemal abschiebt zu den Außerirdischen Dunklen Mächten, nach deren getrockneter Scheiße und Popel die Sippschaft sowieso hoffnungslos süchtig ist!
Ok, good hearts, ihr seht, cozyP ist immer dabei!
Und, wenn ihr irgendwas braucht...
nehmt es euch auf: www.g-cook.com
Und, ihr wisst schon!
AUSSERDEM UND IN ERGÄNZUNG ZU ALLEM IM MULTIVERSUM JEMALS GESAGTEN, GESAGT HABEN, SAGEN, GESAGT WERDEN, ZU SAGEN GEHABT HABEN UND SO WEITER UND SO FORT ÜBER ALLE SCHEINBAREN SPRACHBARRIEREN, LINGUISTISCHEN UNZULÄNGLICHKEITEN UND UNVERSCHÄMTEN WIDERSPRÜCHLICHKEITEN, DIE AUS DER ÜBERAUS ANMASSENDEN UND EKEL ERREGENDEN ANNAHME DER EXISTENZ VON ZEIT UND RAUM UND BEWUSSTSEIN UND SO WEITER UND SO FORT ENTSTEHEN, UND SO MANCHEN BRAVEN VENUS – BEWOHNER ZUM ANALEN BLUTSTURZ BRACHTEN, SO STANDEN, STÜNDEN, UND GESTANDEN HABEN GEHABT UND EINGENKT DES GEDACHTEN VERLACHTEN, LEGE ICH WERT AUF DIE FESTSTELLUNG DES SACHVERHALTES MEINER HALTUNG GEGENÜBER AUSNAHMSLOS ALLEN EULEN – ANBETERN, KINDERSCHÄNDERN, KANNIBALEN UND ALLEN AUSBEUTERN UND ALLEN NICHTZUM TEILEN BEREITEN ZURÜCKGEBLIEBENEN EGOISTISCHEN SELBSTREFERENZIELLEN UND GEWALTTÄTIGEN STINKENDEN DEGENERIERTEN INZÜCHTIGEN IDIOTEN; also möchte und will und bin ich unfassbar stolz, GANZ GENAU WIE GESTERN UND IN JEDER SEKUNDE meiner unumstößlichen und unbeugsamen, an manchen Tagen bis zu 12 Metern langen, dunkelgrünen und wunderschönen Salatgurke der Züchtigung angemessenen Ausdruck verleihen, auf dass man es höre und es widerhalle in den degenerierten, mit unvorstellbar stinkendem, infektiösem und ekelerregenden Dreck verkrusteten, in abartiger Manier verwachsenen Gehörgängen der beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und deren Scheiß – Fußsklaven, ich bin ich selbstverständlich auch weiterhin und ständig und überall und entschieden ohne Ende und erregt bis in die Fußsohlen und eingeseift mit entschärftem Ayahuasca und mit patriotischen Smarties gemäß der kosmischen Verordnung für Farben in separater Reihenfolge der Schwingungswerte beworfen und in die Panade des Zornes, jawohl, in die Panade des Zornes selbst gewickelt, eingehüllt in das Aroma wilder Karotten, mit Kartoffeln beworfen und ausgepeitscht mit lauwarmen grüngelben Kohlblättern von der Loire und erzürnt wie ein Bruder, ein Stiefbruder eines vollkommen runden Gouda – Käses aus dem schönen Holland, ein im kochenden Sud vernachlässigter, so ganz und gar deplazierter, ein zwei Monokel tragender Schinken aus Flandern, so und auf jede andere und somit auch keine bestimmte Art und Weise bin ich dafür, dass man die beschissenen Eulen – Anbeter, die perversen, sadistischen Kannibalen, die Reichen und die Mächtigen, die ganze Bagage, samt allen ihren devoten und nichtswürdigen Maden, Handlungsgehilfen, Vasallen und Fußsklaven vom Planeten Erde alle radikal Preußisch Blau einfärbt und daraufhin ein für allemal abschiebt zu den Außerirdischen Dunklen Mächten, nach deren getrockneter Scheiße und Popel die Sippschaft sowieso hoffnungslos süchtig ist!
Haut rein, good hearts! Haut rein!
!LOVE!
cozyP
Gutenachtgeschichte, irgendwer? Wird besser sein, nach dieser Lektion. Zum Herunterkommen. Ich geh mal los.
Ok. Gefunden. Here we go!
Montag, 21. Juli 2014
Äpfel und Ziegen sageN: Reist mit dem Dalai Lama nach Auschwitz. DerFahfahrian nimmt euch miT!
fahfahrian, 17:52h
[2Welcome2back2] @ www.g-cook.com
„Sir! Sir Fah! War ihnen nicht wohl?“
Ohren und Augen wieder da. Der Rest auch. Ja. Ich kann es fühlen.
Die Stimme, die Fresse kenne ich doch. Oh Mann! Nein! Der Typ mit den Hausgeistern!
Jetzt das wieder!
Ich bin benommen. Was sage ich? Die coole Prol – Version, so auf die Art: „Was liegt an, Meister?“ – nehme ich es eher Casual und frage schlicht: „Was ist geschehen?“ – oder machen wir’s fremdländisch, so als Farbtupfer? Ja, das gefällt mir. Ist noch besser als die vierte Version, toter Mann.
„Fahafel i giddidu machismo tut-tut?“, eine deutliche Frage. Aber irgendwie komme ich von Fah nicht los, fällt mir auf.
„Galunga prodznik ekmek butter klein milkunah!“ erklärt mir der Typ allen Ernstes.
Jetzt sitze ich voll in der Scheisse. Er zeigt beflissen lächelnd auf einen Wandteppich, auf dem ein grüner Hirsch eine goldene Krone trägt. Der Wald ist grell lila. Alles Neon. Warhol? Randy Andy? Hirsch? Irgendwie sollte ich dazu Stellung nehmen. Nur fällt mir nichts ein.
Hirsch – gayrisch. Das könnte gehen.
„Der Hirsch biin iiieh! A Radi unn a Biiehr dös soag I dirr!”
“Oh, each Mulitreiber has his own Kugelschreiber but, we have to realize that unserowner their hot nixx, no nothing at all. I apologize, Sir Fah! I understood you wrong. Thought, you’re using the Multiple – Kaffir – Language – Patterns of East Sambesi!”
Als ob mir das hilft. Dann noch dieser erwartungsvolle Blick, die Butler – Montur. Und der Hirsch sagt auch nichts.
Der Hausgeister – Typ will helfen. Angestrengt nachdenkend formen seine Lippen Worte.
„Sir Fah! Please allow me to tell you in adittion, that we are beware of (nun lächelt er freudig, er hat es geschafft) each suedfrenchzose has something in his house..“
“Yes, yes..” (meine Chance jetzt)”… you’re right, but unserowner their hot nixx! Holdriho! Judeldideldöh!”
“Excellent, real excellent, Sir Fah!”
“Thank you.”
“May I help you with the Uniform?”
“Uniform?”
“Yes Sir Fah! It’s here! If you allow, there is a little bit of a hurry. The other Gauleiters….”
Wie zu erwarten. Nur anders. Braun. Nazi. Nur kein Hakenkreuz. Hirsch mit Krone.
“Thank you. That’s all for the Moment.”
OK. Ich werde das Scheissding anziehen und sehen was passiert. Passt wie angegossen. Nicht mal unbequem die Stiefel. Das komische Lederding quer drüber irritiert mich. Nochmals probieren. Passt rechtsherum besser. Also gut.
Der Hausgeist – Typ taucht wieder auf. Sein Blick sagt mir, es ist OK. Er hält mir die Tür auf. Was bleibt, als sie zu durchschreiten?
Ich tu’s.
Und bin wieder im Zug. Im Waggon. Genau vor meinem Platz.
“Wirklich vorteilhaft, Fah!” Klingt vielversprechend aus dem Munde des Dalai.
„Tres chique!“ Auch der Zitator findet meine Montur toll.
Sie tragen beide den gleichen Kram.
„Mir wird nicht zufällig jemand sagen können, was jetzt war, ist und kommt oder so?“
„Noch genauer kann man auch kaum noch fragen.“
„Genau.“
„Fangt jetzt bitte nicht mit Gayrisch an. Ich hatte gerade eine Unterredung mit einem Butler oder Concierge oder so was...“
„James. James ist das, Fah! Ein sehr netter Mann und hilfsbereit. Die Reise nach Auschwitz ist für mich wirklich kaum mehr vorstellbar ohne James. Kannst du dir vorstellen, dass er älter ist, als ich?“
„Und sprachbegabt. Und darin kenne ich mich wirklich aus, Dalai!“, bekräftigt der Zitator.
„Sagen wir, er versteht überhaupt alles, Fah! Wie denkst du, Zitator?“
„Das kann ich nur bestätigen.“
„Nur, um den Versuch zu unternehmen, ein wenig auf die Reihe zu kriegen: Ich erschoss mich beim Nazi – Schwuchtel – Wettbewerb.“
„Ja.“
„Ja.“
„Dann war ich wieder da und wir hatten gewonnen.“
„Ja.“
„Ja.“
„Daraufhin erhielt ich den Namen „Fah“ und hatte Geburtstag.“
„Ja.“
„Ja.“
„Die Feier begann und wir tanzten.“
„Ja.“
„Ja.“
„Da kamen die Nazis und erschossen mich.“
„Ja.“
„Ja.“
„Ja, jetzt wird es eng, Leute!“
„Nein.“
„Nein.“
„Versuchen wir es von der Seite: Ich starb.“
„Ja.“
„Ja.“
„Jetzt weiss ich nicht weiter.“
„Ja.“
„Ja.“
„Scheisse, da war ich im Gelb und war da schon mal und blickte nicht mehr durch.“
„Ja. Also!“
„Ja. Geht doch!“
„Von dort ging es weiter in das Zimmer mit dem Hirsch.“
„Ja. Zu James.“
„Ja. Zum Umkleiden.“
„Und jetzt bin ich wieder da.“
„Ja.“
„Ja.“
„Und wir fahren nach Auschwitz.“
„Ja.“
„Ja.“
„In Nazi – Uniformen mit Hirsch – Emblem.“
„Ja.“
„Ja.“
„Wozu? Ich meine das Umkleiden, das dauernde Hin und Her? Der Hirsch?“
„Lass mich das sagen, Dalai. Jetzt bin ich klar. Hey Fah, du kennst doch dieses Olivenöl, das ganz teuere, oder?“
„Hmmmh. Schon.“
„Das ist mit uns nicht viel anders. Vorsichtig behandelt, in kleinen, sehr naturnahen Schritten, extrahiert, von allem Schmutz und Trub entfernt, nur so entsteht beste Qualität.“
„Zum Vergasen?“
„Ich sagte dir zu Beginn unserer Reise, dass die nicht alles hereinlassen können, Fah! Erinnerst du dich?“
„Ist ok, Dalai, das weiss ich noch.“
„Denk an die Umweltschutz – Auflagen. Wenn die uns mitsamt unserem ganzen Sondermüll entsorgen müssten, das wäre einfach unmöglich.
Meine ganzen Zitate zum Beispiel..., nicht auszudenken!“
„Ja, das ist ein gutes Beispiel!“
„Ja.“
„Nur das Beste wird vergast?“
Zitator (zum Dalai gewandt) „Jetzt beginnt er zu begreifen. Wird langsam Fah.“
„Ja.“
„Ja.“
„Hat euer dauerndes Gejahe auch etwas zu bedeuten?“
„Ja.“
„Ja.“
„Dürfte ich bitte erfahren Was?“
Der Dalai sieht mich sehr ernst an: „Es sind unsere Gebete.“
„Unsere Gebete für dich, Freund.“ Wärme geht von diesen Worten des Zitators aus.
„Ja.“
„Ja.“
„Es gibt weniger zu verstehen, als ich annehme?“
„Ja.“
„Ja.“
„Es gibt mehr zu verstehen, als ich annehme?“
„Ja.“
„Ja.“
„Gott will unsere Zerstörung?“
„Nein.“
„Nein.“
Aleister legt seine Hände auf meine Schultern. „Nein.“
„Vielleicht willst du mit uns beten, Fah?“, fragt Aleister.
„Ja, das will ich.“
„Ein Gebet, das alles wegnimmt.“ Es ist die Stimme des Dalai, die mich anstösst.
„Schmerzen wegnimmt.“ Und mein Impuls spingt zum Zitator.
„Alle erinnerten“ Von ihm zu Aleister.
„gegenwärtigen“ Zurück zum Dalai.
„zukünftigen“ Zum Zitator.
„möglichen“ In mir.
„Schmerzen.“
Alle gemeinsam uni sono:
„Schmerzen.
Wir haben es gesprochen.“
„Wird es jetzt aufhören?“
Aleister sieht mich an, als wäre ich ein kleines Kind: „So lange du dich ängstigst zu beten, weil die Ergebnisse deiner Gebete nicht deinen Erwartungen entsprechen könnten....“
„Wird es weitergehen?“
„ .....werden die Ergebnisse deiner Gebete die Folgen deiner Ängste sein.“
„Instrumente sind flexibel, Fah! Sie zu verstehen fordert Disziplin und Kraft, Beharrlichkeit und Geduld.“, erklärt der Zitator.
„Wie vielstimmig klingen deine Gebete, Fah?“, fragt der Dalai.
„Viele und farbig.“
Aleister spricht wieder sehr langsam und eindringlich: „Gehört werden sie alle.“
„Erhört werden sie alle.“, ergänzt der Dalai.
„Hier hört sich die innerste Anrufung so leise an, dass sie verschwinden kann im Lärm dieser Welt. Sieh nur mich an. Beobachte mich, Fah. Für alle zu beten, auch das wird zugelassen. Soviele Stimmen, Worte, Anklagen und Schreie es sind. Jedes Zitat, ist es nicht eine Frage auch? – Ist es nicht eine Gott entgegengehaltene Behauptung, die Antworten provoziert? – Ein Gebet? Ist nicht die Summe, das absurde Bild des Zitators, in das du mich fasst, eine Antwort auf die Frage nach der Toleranz Gottes, Fah?“
„Gehört werden sie alle.“
„Erhört werden sie alle.“
„Manchmal glaube ich das; manchmal nicht.“ Ich weiss, dass diese drei Augenpaare nichts von mir verlangen. Sie kommen mir gleich vor, während ich mich umsehe, den Blick wechsle.
Aleister hält mich: „Aus Angst vor der Schlussfolgerung...“
„Der Nichtexistenz Gottes...“, setzt der Zitator fort.
„Des Sieges der Schwärze deiner Kindernächte, Fah!“, vollendet der Dalai.
„Ja, ich wünsche mir, dass es Gott gibt.“
„Manchmal nicht.“, erwidert Aleister.
„Oft nicht. Und daran ist nichts Falsches!“, sagt der Zitator entschieden.
„Wenn du die Vorurteile der Wahrheit vorziehst, Zitator.“ Der Dalai schauspielert, droht mit dem Zeigefinger: „Doch nur für eine Zeit, die deine Zeit des Ausruhens ist, die dir die Chance gibt, inmitten der tiefsten Profanität einmal mehr Gott zu begegnen.“
„Damit auch Fah unsere gemeinsame Sünde begeht.“, meint Aleister spöttelnd.
„Und von der gesagt ist, dass sie nicht verziehen werden kann!“, wettert der Zitator.
„Von der wir wissen, dass Gott sie versteht. Nicht nur als Mittäter. Darüber hinaus als Verursacher der Freiheit und Initiator aller Neugier! Nun, Fah?“
„Wenn Gott ein Kind ist, Dalai....“
„Sein wird....“
„War....“
„Bleibt....“
„Dann kennt er das alles und weiß, dass man nicht dagegen gewinnen kann.
Und lässt den Rest trotzdem zu.“
„Vorwürfe, Fah?“ Meine Schlussfolgerung amüsiert den Dalai.
„Ja, sicher Vorwürfe. Sinnlos, ich weiß. Auch die verlieren an Kraft, je näher ich dahin komme, mich nach der Substanz zu fragen, aus der dieses „ICH“, mein kleines „ich“ entstand. Es kann nur Gott sein. Damit ist alles Recht geklärt. Dann gibt es nichts mehr vorzuwerfen, keine Vorhaltungen. Alles beschränkt sich auf Eigentumsrecht. Als Menschen sind wir gewöhnt, ganz selbstverständlich empört zu reagieren, Streit und Kampf, Kriege zu führen, wenn wir den Eindruck gewinnen, jemand würde unser Eigentum – wie fragwürdig das hier alles auch sein mag – antasten oder unsere Verfügungsgewalt einschränken.“
„Du bist sauer, weil er dich gemacht hat, Fah?“ Ein leichter Schulterstoß des Dalai. Und noch einer.
„Ja, Volltreffer.“
Aleister versteht mich besser: „Hätte nicht sein müssen, oder?“
„Die Welt wäre ganz gut ohne mich ausgekommen, ist meine Meinung.“
Aleister hält sich da neutral: „Deine Meinung.“
„Alles, was ich habe, Aleister.“
„Wirklich?“
„Streng genommen nicht einmal das. Die Milch der Kuh des Bauern gehört doch dem Bauer. So also meine Meinungen, Gedanken, Empfindungen, alles einfach Gott.“
Aleister verzieht empört das Gesicht: „Da bleibt nichts!“
Der Dalai wird noch konkreter: „Nicht einmal Null ohne Zeichen.“
„Die Schwärze von Kindernächten. Die erlebte ich anders; und weiter abseits.“, unterbricht der Zitator. „Näher an Gott. Ja, für mich war es näher. Mit weniger Körper, weniger Schmerzen, hättest du, Fah, vielleicht auch eine Chance gehabt, das schneller zu bekommen. War es nicht kalt? Schrecklich kalt? War es nicht dunkel? Dunkler als Schwarz? Erinnerst du wirklich einen Sternenhimmel, wie du meinst? War die Schwärze durch irgendetwas unterbrochen?“
„Mein Wollen, Zitator.“
„Also bemalt, retuschiert, verfälscht, wie wir das alle tun. Was dahinter?“
„Nichts. Nur NIE MEHR etwas.“
„Genau.“
„Was meinst du jetzt, Zitator? Ist das die gayrische Verarsche, oder...“
„Die größte Nähe, Fah! Die Anwesenheit Gottes. Übersetz’ doch einer für mich! Hey, Dalai!“
„In der Sprache deiner letzten Zeit würde man Worte wie Repräsentation eines überforderten Speichers, eines Datenverarbeitungssystems im Zustand des Overloads benutzen und damit eher zufällige Erscheinungsformen einer überforderten Systems meinen. Verrückte Dinge geschehen, wenn du eine Maschine aus Menschenhand mit großen Datenmengen fütterst, wenn du sie mit Sachverhalten konfrontierst, die sie zwar nicht zu verstehen, nicht zu lösen imstande ist, die sie aber aufnehmen muss. Flackernde Monitore, Fehlermeldungen, die niemand zu deuten weiß, rauchende Kabelstränge, Totalausfall, sogar physische Zerstörung wäre möglich. Das kennst du, Fah!
Doch überträgst du es lediglich auf die Welt der Maschinen aus Menschenhand. Betrachtest du deinen Körper insgesamt als eine Art von Maschine, wird dir bewusster, dass es Grenzen der Aufnahmefähigkeit gibt, die du zwar überschreiten kannst, jedoch nicht solltest. Keinesfalls ohne Vorbereitung, die du nicht hattest zu dieser Zeit.
Scheint es dir zuviel verlangt, nun, Jahrzehnte später, Verständnis anzunehmen?“
„Tut mir leid, Dalai, dann verstehe immer noch nicht warum das geschah.“
„Ich biete dir eine Interpretation an. EINE INTERPRETATION, Fah!
Um heute zurückzutauschen. Die Vorurteile, die du als Menschenkind brauchtest zum Überleben, gegen die Wahrheit, die du als Fah genießt, um vergast zu werden.“
„Ist Gottes Nähe also kalt und schwarz und nichts und nie mehr etwas?“
Aleister antwortet: „In Abhängigkeit von Standpunkt und Definition des Beobachters. Das Wort Beobachter ist nicht so beliebt bei den Herren hier.“ Aleister zieht die Augenbrauen hoch und schickt kurze, blitzende Blicke hin zu Zitator und Dalai. Dann fährt er fort: „Des Anbetenden, wenn ihr so wollt. Des Anrufenden schlage ich als eine gemeinsame Formel für den Augenblick vor. Ich sehe mich Gott ausgesetzt in einer Dusche aus Formen und Farben, Temperaturen, wie Wasserstrahlen von allen Seiten, mit den verschiedensten Stärken, Beweglichkeit und Starrheit, Hitze, Kälte, Feuer und Honig, Säure und Eis.
Unmöglich, eine der Erscheinungsformen zu ergründen, kann ich mich doch konzentrieren und isolieren, eine Zeitspanne dort verbringen, wo ich gerade zu sein wünsche. Sogar Vergessen gelingt mir. Umso mehr ich Widersprüche loslasse; Wahrheit zulasse. Doch davon verstehst du mehr als ich, Fah.
Vom Vergessen.“
„ Das hilft mir echt viel, Aleister, weil ich offenbar so gut darin bin, selbst das Vergessen zu vergessen.“
„Das ist ein Königsweg. Allerdings.“
„Unbestritten, soweit stimme ich zu, Aleister.“ Die Miene des Dalai ist ernst.
„Nicht der Schönste, wenn ihr mich fragt.“, steuert der Zitator stirnrunzelnd bei.
„Toll, Dankeschön auch. Wirklich informativ, dass ich jetzt weiß, dass ich mein Vergessen vergesse und damit so ziemlich alles.“
„Herr Dalai, entschuldigen sie die Störung. Welcher der Herren geht nun zu James? Die Zepter wären poliert und abholbereit.“
„Das hätten wir nun fast alle vergessen. Passt gut zum Thema. Danke, Marie!“
„Gerne.“ Auf den Schrubber gestützt schaut sie uns fragend an. Putzfrau? Trümmerfrau? Wie in den alten Filmen. Wieder ein Blecheimer. Grauer Putzlappen, Kittelschürze mit ausgewaschenem Blumenmuster oder Gemüsedekor, Geschirrhandtuch am Kopf, oder, wie heißt das, ja, Kopftuch. Sieht aber aus wie ein Geschirrtuch. Auch ausgewaschen. Oder wie diese Jeans, die von Anfang an ganz bequem und weich sind. „Stone – washed“
stand drauf auf den Schildern. Die trugen sich wesentlich besser als die Anderen. Waren auch teuer. Muss lange her sein.
Alles in Zweifel ziehen. Jeden Augenblick könnte es losgehen. Zwei – drei Schwünge, das Kittelkleids aufgerissen und Titten wie Mellonen Sternaufkleber über den Brustwarzen, ein Strip....
„Was starrst du so, Fah?“
„Entschuldigung. Verzeihen sie.“
„Was ist jetzt? Wenn ihr meint, ich trage euch alles hinterher, habt ihr euch geschnitten!“
Aleister zeigt auf mich: „Fah sollte gehen!“
„Gut, dann ist das geklärt“, sagt sie. „Und der Rest von euch macht sich ab ins Bistro, bis ich geputzt habe und alles trocken ist, verstanden?“
„Äh, verzeihen sie, Marie.“
Sie dreht sich um. Schaut mir in die Augen. „Was?“
„Wie komme ich zu James?“
„Hä?“
„Bitte.“
„Rückwärts. Na rückwärts! Wie sonst!“
Wow! Nimm dich in acht vor den Kampfmaschinen! Wie Marie das sagt, ist das logisch.
Zu James geht es rückwärts. Das einzige Rückwärts, das mir einfällt, ist rückwärts zu gehen. Besser ich tu’ das sofort.
Die anderen Drei sind schon verschwunden. Ich sehe nichts mehr von ihnen. Marie muss schon eine ziemliche Macht sein, wenn die so gehorsam sind.
Ab Marsch rückwärts also. Ohne Tritt, oder wie das heisst.
„Was zum Geier denkst du eigentlich, was du da tust, Fah!“, fährt Marie mich an.
„Ich gehe rückwärts zu James. Wie sie es mir sagten!“
„Im Handstand natürlich!“
„Schisse, das kann ich nicht!“
„Und ob du...“
Rekordverdächtig, wie ich auf meine Hände komme und rückwärts trabe. Befehlsmodus samt Autopilot. Schuldig fühle ich mich auch noch. Ich hätte es wissen sollen. Wie hätte ich das wissen können? Ich bin nicht ganz dicht. Nichts ist ganz dicht. Alles fließt. Aleisters Dusche. Ewiges Fließen im Strom.... Aha! Bald bin ich soweit. Ich mache bei der nächsten Esoterik – Messe mit und habe meinen eigenen Stand. „Duschen sie ewig! – Und das jeden Tag! – In nur drei Minuten! – Der ideale Stress – Releaser für
alle! – Jungend, Gesundheit und Schönheit, im Einklang mit universeller Harmonie!“
Auf dem Großmarkt kaufe ich die Reste der Mangos auf, die älteren, reiferen Exemplare, die lege ich dann auf meinen Tisch. Gelbe Aufkleber müssen her, „MoN“ muss darauf geduckt sein, die Herkunft anzeigend „Middle of Nowhere“. Und ein Beipack, eine Gebrauchsanweisung. Kurz und bündig. „Nehmen sie ihr persönliches „MoN“ und tun sie nichts weiter, bis der selbstständig ablaufende Prozess vollständig beendet ist. Unerwünschte, nein; irgendwelche Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Jedes unserer „MoN“ ist bis zu seiner vollständigen Auflösung beliebig oft verwendbar.“
„Sir? Sir!“
„Ja“
„Wenn sie erlauben, würde ich gerne die Stellung wechseln. So gesundheitsfördernd Kundalini gemeinhin auch sein mag, in meinem Alter...“
„Verzeihen sie mir, James. Ich bin noch immer etwas benommen von der Reise.“
„Wir sehen uns an, noch immer im Handstand. Seine Frisur hält perfekt. Anti-Grav-Taft?”
“Nun, Sir?”
“Bitte stehen sie bequem!”, dass mir auch nichts einfällt, als dieser Nazi – Jargon.
Ich komme unsanft herunter, mache einen Fußfehler, muss über den zweiten Aufschlag und lande auf meinem Arsch. James will mir aufhelfen.
„Danke ihnen, aber es geht schon.“
„Ich freue mich ausgesprochen, sie so bald wiederzusehen, Sir Fah, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf!“
„Sie sind zu freundlich, James! Und bitte nennen sie mich nicht ‚Sir’. Das passt nicht zu mir!“
„Wie der Earl of Rumor zu sagen pflegte: ‚Scheisse bleibt Scheisse, ob wir sie Pralinen nennen oder nicht. Fressen mag sie keiner!’, Sir!“
„Wenn es so `rum läuft, bin ich einverstanden.“
„Das war nie anders, Sir! Nicht, dass ich wüsste.“
„Eine Frau, Marie, glaube ich, schickte mich hierher. Zepter holen.“
„Miss Pussydings hatte die Freundlichkeit, ihnen zu übermitteln, dass Lawrence seine Arbeit vollendete!“
„Ehrlich, James, das ist mir alles recht. Pussydings besonders. Ich ahnte so was. Lawrence auch noch. Ah! Der von Arabien vielleicht?“
„Nein, Sir Fah, aber nein! Lawrence C. Rain, der Major Domus unserer Hausgeister!“
„Alles klar, James! Sagen sie mir einfach nur, was ich zu tun habe. Bitte!“
„Wie sie wünschen, Sir Fah. Begeben sie sich bitte in die Bibliothek, wo sie auf dem Schreibtisch die soeben polierten Zepter finden werden. Durch die hinter dem Schreibtisch gelegene Geheimtür gelangen sie wieder zurück in ihren Waggon.
Wenn es ihnen nicht zu viel Mühe macht, grüßen sie doch die Herren ihrer Runde von mir. Ich will mein Bestes tun, dem Dali Lama, Mega Therion und dem Zitator neue Räume vorzubereiten für den nächsten Halt. Ihnen, Sir Fah, selbstverständlich auch, wenn sie gestatten.“
„Mache ich gerne. Ich danke ihnen, James. Das sind die besten Anweisungen bis jetzt. Kann ich sonst irgendetwas für sie tun? Sie waren immer sehr freundlich zu mir und ich fürchte, ich bin bei meinem ersten Auftauchen hier sauisch ausgeflippt.“
„Nicht der Rede wert, Sir Fah! Immerhin legten sie ihre ausgesprochene Neigung zum Pfählen der Hausmädchen und die Auftritte als Elvis – Imitator ab. Der Herr des Hauses äußerte größte Zufriedenheit mit ihrer Entwicklung, wenn ich das anfügen darf“
„Ich glaube, das will ich jetzt lieber nicht wissen, James. Bitte seien sie mir nicht böse.
In letzter Zeit, - wenn ich das Wort schon sage wird mir schwindelig – erzählt mir Jeder soviel, was ich schon erlebt haben soll, was ich erinnern müsste, macht Andeutungen, die ich nicht verstehen kann.... Im Moment geht nicht noch mehr. Sie sind nett, James. Sie scheinen freundlich und behandeln mich gut. Und das macht sie sehr gefährlich für mich jetzt.
Suggestibel bin ich geworden. Umgeben von Persönlichkeiten, von denen ich trotz allem Bizarren, was an Geschehen angeboten wird, einfach immer wieder annehme, dass sie etwas wüssten. Ich verstehe es nicht. Bin nur noch am Handeln. Bilde ich mir ein. Im Hintergrund aber, irgendwo im Hirn, sofern ich eines habe, denn auch das steht für mich in Frage, ist permanent Höchstleistung gegeben, weil ich es nicht lassen kann, zu versuchen zu verstehen. Verstehen sie das, James?“
„Gerne würde ich ihnen antworten, Sir Fah. Doch beeinträchtigte ich damit den Verlauf ihrer Heilung. Da sie nun soweit gelangten, man ihnen die Zepter anvertraut, ist mir ein Hinweis erlaubt; bin ich mir der Zustimmung des Herrn des Hauses sicher, ihnen Geduld zu empfehlen auf der Wanderung. Ein schmaler Grat aus Eis könnte schneiden wie zerbrechen, liess man mich einmal wissen, vor langer Zeit. Obwohl ich das nicht aus persönlicher Erfahrung kenne, scheint es mir schlüssig.“
„Bleibt nicht immer ein „es“, James?“
„So lange wir sprechen, Sir Fah!“
„James, werden wir je schweigen?“
„Wenn wir es wirklich wollen, wird es so sein.“
„ ‘Es’, James, ‚Es’!“
„Kontaminiert, ein sich ausbreitendes Virus, auch Erleben, anderenorts Lernen genannt, Sir Fah. Von nun an weitergehend, es gäbe nur noch den Kreis Schließendes, an Ausdruck Gekettetes, immer gültiges ‚Es’, das nur im Stillstand allen Seins enden könnte.“
„Bleibt nicht immer ein ‚es’, James?“
„So lange wir sprechen, Sir Fah!“
„Ich sollte jetzt gehen. Danke, James!“
„Danke, Sir.“
„Noch eines James.“
„Sir?“
„Frankenfurter, sagt ihnen das etwas?“
„Schmackhafte Würstchen aus Peitsch schland.“
„Der Herr des Hauses heißt nicht zufällig so?“
„Ihr Humor ist ihnen geblieben, Sir, Fah!“
„Das ist keine Antwort. Wenn man das Gefühl hat, total kirre zu werden, kann doch noch das Bemühen da sein, ein wenig Ordnung in die einzelnen Episoden zu bringen, verstehen sie? Deswegen frage ich, James!“
„Ihre Liebe zu Musik und Film, Sir. Ganz offensichtlich erinnert sie unser Haus hier an den Schauplatz eines dieser neueren Werke. Wir werden über das Interieur nachdenken. Nun, nein. Eindeutig nein, Sir Fah, um ihre Frage klar und eindeutig zu beantworten.“
„Dann nochmals danke, James. Und bauen sie nicht um wegen mir. Es war nur so eine Idee. Danke, und machen sie es gut.“
„Die Tür rechts, Sir Fah!“
„Danke, James. Bis irgendwann.“
„Wie sie meinen. Sehr wohl, Sir.“
Bibliothek. Regale überall bis zur Decke. Keine Bücher. Nirgends. Nein, doch. Da, auf dem Schreibtisch eines. Prägebuchstaben, geschwungene Schrift, nicht größer als ein Taschenbuch. „Die Wahrheit“.
Ledereinband, die Lettern in alt aussehendem Gold.
Sicher. Iowas fehlte noch.
Eine Bibliothek. Mit ohne Bücher. Das Eine ausgenommen. Daneben, hübsch aufgefächert, vier Zuckerstangen, rot – weiß, in Plastikfolie, mit roten Schleifchen.
Nichts sonst vorhanden, also sind das wohl die Zepter.
Wen wundert noch irgendwas. Und: Wer fragt das wen?
Welchen Sinn hat das Buch? Versuchung? Hinweis?
Bei Computerspielen kriegt man das heraus.
Der zweite Blick macht es interessanter. Wer war das gleich; wer hat uns unsere Synästhesien sämtlich verziehen?
Kinderrätsel in der Zeitungsbeilage. Im zweiten Bild sind soundsoviel Unterschiede.
Ja.
Die roten Schleifen, die zuvor dem nicht vorhandenen und daher möglicherweise unsichtbaren Schreibtischsessel zugewandt am unteren Ende der Zuckerstangen waren, befinden sich nun an deren oberem Ende. Sonst sind sie gleich.
Eines gefunden. Hurra! Schwerter hoch und unbewaffnete Zulus abschlachten...
Weiter.
Zwei der Zuckerstangen stecken in dem Buch. Insofern wäre die erste Aussage zu revidieren. Nicht gänzlich, denn man hat sie so drapiert, dass sie oben, mir zugewandt, der ich vor dem Schreibtisch stehe, herausschauen. Und damit die roten Schleifchen teilweise auch.
Zwei gefunden. Hurra – hurra! „Am Ende dieses Seminars, meine sehr verehrten Damen und Herren, werden sie nicht nur die Geldscheine auf den ihnen begegnenden Personen sehen, sondern sie werden auch hören, wie man sie darum anfleht, sie von der Last zu befreien!“
Was es nicht alles gibt.
Na ja. Viel zu tun gibt es hier nicht. Nicht für mich. Ich bin ein Mann mit einem Auftrag. Die Zepter soll ich holen.
Nochmals umschauen nützt mir nichts. Keine Veränderungen mehr. Immer noch nur Holz und diese Atmosphäre, die Chippendale blass aussehen lässt.
Inventar. Inventare. Körperliche Bestandsaufnahme.
Getäfelt. Holz überall. Sogar am Boden. Teppiche sind keine Zepter. Eindeutig nein.
Schreibtisch oberflächlich betrachtet leer außerhalb der gefundenen Objekte.
Aha!
Ein Schreibtisch hat Fächer, Türen, Schubladen und all sowas. Wäre einen Blick wert.
„Sir, wenn ich sie darauf hinweisen darf, dass der Herr des Hauses alles Notwendige für sie bereitlegte!“; die vertraute Stimme meines hier allgegenwärtigen Freundes James.
„Danke, James!“
Nein, ich drehe mich nicht um auf dem halben Weg um dieses Monstrum von Schreibtisch herum. James hat ja geredet. Also ist er da. Ist das nicht ein guter Anfang, geistige Gesundheit zu entwickeln? – Seinen externalen Wahrnehmungen zu vertrauen und sie nicht mehr dauernd zu überprüfen? Dieses ständige Nachschauen, ob etwas auch da ist oder nicht macht einem doch total irre!
Ich kriege die Kurve, trete hinter den Schreibtisch und sehe James nicht.
Die letzten 5 Millimeter der sich hinter ihm schließenden Tür. Hurra!
Oder bilde ich mir das nur ein? Aufhören damit! Schluss! Und zwar jetzt!
„Die Wahrheit“ prangt auf dem Ding, diesem lächerlichen Paperback mit Ledereinband.
Und los geht’s schon mit Meta – Wägungen. Den Mist muss ich auch noch loswerden. Dringend. Andererseits passt das Bild. Kongruent zu meinem Weltbild. Oder genauso krank. Außen hui, innen pfui! – Warum sollte das mit der Wahrheit nicht auch so sein?
Moment, Augenblick mal.... Weltbild? – Sich selbst konstituierende Realität? Highway to Schizo?
Genug jetzt. Teilen wir es auf. Solange ein anderer Teilnehmer am jeweiligen Ort ist, der die gleiche Realität mit mir teilt, ist eine sehr hilfreiche Vereinfachung möglich: Entweder der oder die Teilnehmer sind gleichfalls Halluzinationen, oder diese Wahrnehmungen konstituieren eine Realität.
Für mich passt der letztere Schluss. Schlüssig genug.
Die Zuordnung sich stapelnder, nebeneinander laufender oder ineinander verschlungener Realitäten überlasse ich Anderen. Wem? Ist mir ehrlich gleichgültig.
Ich bin jetzt der Mann mit dem Auftrag. Vorhanden sind außerdem die Zuckerstangen und das Buch der Wahrheit; mit der Aufschrift „Die Wahrheit“, um genau zu sein. Das sollte ausreichen.
Neugierig bin ich schon. Was steht da drin? Ist es leer? Das ist meine größte Vermutung.
Wenn ich die beiden Zuckerstangen einfach herausziehen würde, könnte ich nichts erkennen, würde es nie erfahren; mich wahrscheinlich aber immer wieder fragen, was da jetzt enthalten war.
Mut? Zu was? Mutig die Kenntnis der Wahrheit abzulehnen? Mutig genug, eine weitere Interpretation bereits an der Aufschrift zu erkennen und daher zurückzuweisen? – Ihr den Stempel „redundant“ zu verpassen und ab dafür? Mutiger darin, die Weltsicht eines Anderen kennenzulernen, der immerhin so weit ging, diese als „Die Wahrheit“ zu bezeichnen? Gestörte gab es zu allen Zeiten, überall. Keine Frage.
DEN Mut zu haben, einfach hinzusehen und mir nichts dabei zu denken?
Speziell die Psychos, Irrenärzte, Psychologen und Psychiater, früher auch Nervenärzte genannt, veröffentlichen so viel. Mein Fehler in diesem Zusammenhang war der, Einiges davon zu lesen. Jetzt darf sich das Kollektive Unbewusste im Freudschen Fickrausch einer Gestalttherapie unterziehen, während der Therapeut selbst in einer Somnabulistischen Trance eine Hirnhälfte dem großen Milton H. Ericsson und die andere Hemisphäre einem stark sedierten und eindeutig 100 Jahre toten Hopi – Indianer, der sich für Benito Mussolini hält, überlässt.
Nachdem das zu nichts führt, zieht man der Sicherheit halber doch Paracelsus und Agrippa von Nettesheim hinzu, die Feldenkrais mitbringen, damit das Ganze auf gesunden Füssen steht.
Man hält ein ordentliches Tamtam ab, die Jungs und Mädels von der modernistischen New – Age – Fraktion tanzen händchenhaltend gemessenen Schritts den Schutzkreis herum, während die Alten sich am Feuer in der Mitte wärmen und einander verschmitzte Blicke zuwerfen, wie Lausbuben.
Eigentlich mag ich die Gang doch.
Der am Weitesten therapierte Therapeut wird einstimmig zum Sprecher erhoben und teilt mir das Urteil mit: „Was soll es?“
Ich stimme in das Lachen ein und möchte am Liebsten mitfeiern. Da drin geht es jetzt richtig los.
Man rät mir ab. Meine Zeit würde kommen. Außen. Außen vor Allem, wie man mir versichert. Hat gut lachen, der alte Knochen, der sich gerade ein geiles Stück Arsch aus dem Kreis der Tanzenden geschnappt hat. Katatonie, meint er, die sehenswerten Titten begutachtend, wäre eine sehr armselige Wahlmöglichkeit. Und leider die zwingende Konsequenz meines Rückzuges zu ihnen.
Nicht, dass ich nicht willkommen wäre in mir..... Wieherndes Gelächter.
Sie haben ja so recht.
„Was soll es!“ wiederholend schlage ich das Buch einfach auf.
Und es ist gut.
So einfach wie die drei Schritte bis dahin, wo die getäfelte Wand sein sollte, die mich entlässt auf meinen Sitzplatz, direkt neben dem Dalai Lama, im Zug nach Auschwitz.
Und eines noch. Auch heute. Selbst nach dieser Länge und diesem Inhalt.
Und ihr wisst, ihr faulen Weißbrote, ihr Weichlinge und Simulanten – Ärsche, dass ich in dieser Sache keine Ruhe gebe! Niemals!
Also, zieht euch mein Palaver rein und lasst mich euch die Leviten lesen täglich, oder kommt endlich auf die Füße und erhebt eure Ärsche, ihr Weicheier!
Hier also nun, zum wiederholten Mal meine Bitte! Bitte – bitte – bitte !
Ein persönliches, sozusagen „cozyP-Anliegen“: Wenn ihr die Mittel nicht habt, jemand essen zu geben und/oder euch nicht traut, es euch zu komisch vorkommt und so weiter und so fort…, dann macht bitte folgendes:
· Bewegt euren Arsch zum nächsten Hospiz, Krankenhaus, Senioren- oder Kinderheim
· Bleibt in der Nähe des Gebäudes/ der Gebäude
· Steht aufrecht, atmet tief ein und aus
· Öffnet eure Handflächen und strahlt heilende und erneuernde Energie zu den Menschen dort
· Macht das 9 Atemzyklen lang
· Bewegt euren Arsch zum Ort eurer Wahl
· Verrichtet dort das Tun eurer Wahl
Ihr werdet überrascht sein, wie gut es euch geht und wie sich euer Körper freut!
Die Verleugnung des Lichts zerreißt den Körper. Man tut sich Unglaubliches an, indem man sich dazu entscheidet, in dieser Welt absurder Halluzinationen zu leben!
Entschließt euch, eure Natur als tanzender Lichtpunkt nicht nur zu akzeptieren, sondern ihrer fühlbar gewahr zu werden; es wird einer der besten Entschlüsse eures Seins sein!
Wir sind nur Reflexe, nur tanzende Lichtpunkte auf einer gegebenen Struktur, der Textur des Seins.
Und dann noch das, an was Suzuki und ich euch gerne erinnern (und immer-immer-wieder, solange es die Vorderzähne aushalten, natürlich):
Genießt das Sein, good hearts, genießt es, mahnt auch Suzuki. Einen sehr sinnlichen, so extrem genussfähigen, grob stofflichen Körper zu haben, das kommt in Wahrheit nicht so oft vor, wie man sich das denken und wünschen würde, merken wir an dieser Stelle an! - Also nehmt die Gelegenheiten wahr! Es gibt derer unendlich viele an jedem Tag; solange ihr noch einen Arsch aus Fleisch und Blut habt!
Ich wünsche euch, wir wünschen euch, also La Madre, Suzuki, Fathers Father, die Ungenannten, der Alte Meister ANZ, die Süßesten der Süßen, S., und natürlich die Beste Ehefrau von Allen, JJ & cozyP wie immer, wir wünschen euch jetzt einen multiplen Orgasmus im Hirn und dem Geschlecht nach dem anderen, und eine schöne und glücklich machende Überraschung nach der anderen, und denkt daran:
Alles wird besser als nur gut - es wird phantastisch! Zieht euch das rein und genießt diese einmalige – und, da dürft ihr sicher sein – Honigtau – feuchte Woche…., also leckt gut, good hearts! Wir wünschen euch allen einen wundervollen, traumhaft schönen Moment nach dem anderen, mit allem, was euch Spaß macht, ihr coolen, lässigen good hearts!
Schlaft gut und träumt süß, ihr Mächte und Gewalten, ihr Saat des Himmels, die ihr wahrhaftig seid! CU, ihr lieben good hearts!
Bis die Tage!
!LOVE!
cozyP